Eine Mini-Gitarre mit einer Saite - der FretPen von FretLabs (Bild: kickstarter/© FretLabs)
Eine Mini-Gitarre mit einer Saite – der FretPen von FretLabs (Bild: kickstarter/© FretLabs)

Ah, mal wieder ein Quatsch der Woche. Zumindest auf dem ersten Blick. Gut, auf dem zweiten vermutlich auch, aber das Teil sieht ganz niedlich aus. Worum geht es? Um eine Art Gitarre. Die Idee ist, dass normale Gitarren doch etwas zu groß sind, um sie immer dabei zu haben. Aus diesem Grund haben sich FretLabs jetzt gedacht, dass es doch eigentlich nur eine Saite und vier Bünde braucht, um unterwegs zu spielen und sich deshalb den FretPen ausgedacht.

Kling etwas wenig. Meine Gitarre hier zuhause hat 7 Saiten und 24 Bünde. Wer will kommt mittlerweile sogar günstig an 8-Saiter dran. Gut, das ist jetzt eher etwas für die Gitarristen, die den Überblick nicht verlieren. Hier mal als Beispiel ne Nummer von Syqem, einer meiner favoritisierten hamburger Bands (die allerdings nichts mit dem FretPen zu tun haben). Aber ein schönes Beispiel für die Nutzung einer 8-Saiter-Gitarre:

Aber wie kommt man mit dem Mini-Teil nun klar? Wie nicht anders zu erwarten läuft die Sounderzeugung über ein Smartphone. Momentan noch über IOS. Android ist aber angedacht. Saitenschwingung und Position auf dem Griffbrett werden abgenommen und in Daten zur Ansteuerung der Samples umgewandelt. Um nun auf dem Griffbrett höhere Lagen zu erreichen gibt es ein kleines Steuerkreuz auf der Gitarre. Mit denen kann man sich horizontal und vertikal über die virtuellen Bünde und Saiten der Gitarre bewegen.

Der Vorteil der einen Saite dürfte glaube ich schnell klar werden. Normale Techniken wie Hammering-On und Pull-Off sollten damit möglich sein. Bei Two-Hand-Tapping dürfte es aber eher eng werden. Der FretPen ist also nichts für Eddi van Halen.

Statt des Korpus kann man an den Hals übrigens auch einen Kugelschreiberaufsatz stecken. Finde ich etwas überflüssig, da der FretPen auch mit Korpus schon so klein ist, dass er in die meisten Taschen passen dürfte. Aber ich lasse gelten, dass der Name ohne den Stiftaufsatz etwas aufgesetzt wirken würde.

Wen ich es richtig verstanden habe wird der Sound durch die Berührung der Saite ausgelöst. Es ist klar, dass bei einem so kleinen Teil kein Platz mehr ist, die Saite noch extra anzuschlagen. Ob das Spielgefühl so etwas taugt und ob man sich an das hin und herschalten mit dem Steuerkreuz schnell gewöhnen kann bleibt abzuwarten. Ein bisschen skeptisch bin ich da schon.

Ein weiteres Fragezeichen dürfte auch der Sound sein. Die Samples, die im Vorstellungsvideo genutzt werden, klingen sehr unterirdisch. Im zweiten Video werden allerdings ein paar Samples angespielt, die ganz brauchbar klingen.

Auch wenn FretLabs ein paar illustre Personen in ihrem Vorstellungsvideo zu Wort kommen lassen würde ich die Praxistauglichkeit eher gering einschätzen. Ein lustiges Spielzeug ist es aber schon. Mit 119 $ plus Nebenkosten geht der Preis aber wohl noch so gerade in Ordnung. Lustiges Spielzeug war ja schon immer etw

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