Auf die Ohren – EAROS Gerhörschutz

Endlich ein Leiste-Regler für Konzerte. EAROS soll der perfekte Gehörschutz sein (Bild: kickstarter/© EAROS ACOUSTIC)

Sowohl Musikliebhaber als auch Musik-Treiben dürfte schon des Öfteren damit gekämpft haben, dass viele Mischer guten Sound mit Lautstärke verwechseln. Mit EAROS, einem „revolutionären“ Gehörschutz, soll das jetzt der Vergangenheit angehören.

Ja, das Gehör wird zuweilen doch sehr strapaziert. Ob es nun im Proberaum ist oder beim Konzert egal welcher Stilrichtung. Ok, kleine Singer-Songwriter-Mädchen mal ausgenommen. Arg, wenn ich dieses Wort Singer-Songwriter schon tippe gerinnt mir das Blut in den Fingerspitzen. Nicht, dass ich etwas gegen dieses Musik-Genre hätte. Nein, nur der Begriff geht mir echt gegen den Strich.

Man ist Sänger und Komponist oder wenn man es gerne englisch mag auch Singer and Songwriter. Aber dieses zusammengesetzte „Sänger-Liederschreiber“ – brrrrr. Erst recht traurig, dass man noch extra drauf hinweisen muss, dass der Sänger auch seine eigenen Lieder singen darf. Seufz. Aber ich schweife vom Thema ab.

Wer langfristig darauf Wert legt, seine Umwelt auch noch akustisch wahrnehmen  zu können, sollte sich bei Zeiten Gedanken über einen guten Gehörschutz machen. Alle, die jetzt mit einem inbrünstigem „Hä“ antworten sind allerdings wohl etwas zu spät dran.

EAROS, einfach nur leiser

Gehörschutz-Varianten gibt es viele auf dem Markt. EAROS verspricht jedoch etwas mehr. Das größte Problem mit den meisten Lösungen dürfte nämlich sein, dass das Frequenzspektrum nicht gleichmäßig herausgefiltert wird.

Je nach Material und Aufbau bleiben manche Frequenzen mal mehr, mal weniger auf der Strecke. Das Ergebnis ist dann meist ein eher mumpfiger Sound, bei dem das Musikerlebnis doch auf der Strecke bleibt. Und wer heutzutage auch gerne mal 100 € und mehr für eine Konzertkarte locker macht, will ja nun nicht einen Klang erleben, als ob er seinen Radiowecker unter das Kopfkissen gesteckt hätte.

Und schon sind die Stöpsel wieder draußen und Hammer und Amboss kriegen was auf die Glocken.

Bei EAROS nun sollen jedoch alle Frequenzen durchwandern, nur halt in nicht ganz so hoher Kraft. Erreichen will man dies, mal vom verwendeten Material abgesehen, damit, dass im Stöpsel sich ein gewundener Soundkanal befindet. Klingt für mich gefühlt nachvollziehbar, ohne jedoch fundiert durch harte Fakten abgelenkt zu werden.

(Bild: kickstarter/© EAROS ACOUSTIC)

Geht ins Ohr

Der Aufbau der EAROS ist relativ simpel. Man hat zum einen den Grundstöpsel. Dieser erinnert mit seinem Flügel ein wenig an einen Bluetooth-Kopfhörer. Aber keine Angst, der EAROS kommt komplett ohne Technik aus. Bin schon gespannt auf das Gesicht, wenn der gute Mann vom Zoll das Teil in die Hand bekommt und vergeblich nach Bluetooth-Logos und dergleichen sucht.

Auf den Gehörgang des EAROS wird dann noch mal das Passtück für die Ohren gesteckt. Dieses erinnert an die üblichen Tannenbäume. So kann man unterschiedliche Ohrengrößen bedienen. Neben einem kleinen Beutel gibt es dann noch eine App, mit der man via Smartphone die Lautstärke der Umgebung in dB messen kann.

Ist vielleicht für all diejenigen interessant, die zu einem „Ach, das geht noch“ tendieren und dann am nächsten Morgen unter einem Ohr-Hang-Over leiden.

Ob EAROS unter dem Strich etwas taugt lässt sich freilich erst sagen, wenn man es selber ausprobiert hat. Die Hörgewohnheiten sind ja doch bei jedem sehr unterschiedlich ausgeprägt und je nach schon vorhandenem Frequenzverlust kann das Endergebnis ja doch sehr unterschiedlich ausfallen.

Mit 30$ plus 12$ Versand hält sich das finanzielle Risiko aber glaube ich durchaus noch in Grenzen, so dass man mal einen Versuch wagen kann. Und selbst, wenn der EAROS am Ende keinen hochrangigen Musikgenuss ermöglichen sollte, um den Krach meines Thermomix im Turbo-Gang auf ein nicht schmerzendes Maß zu reduzieren sollte er schon reichen. Sieht auf jeden Fall besser aus als die Mickey-Mäuse, die wir sonst immer beim thermomixen tragen.

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