Retro, retro – E.T. , der Unterirdische – das Ende einer Legende

Eins der schlechtesten Spiele aller Zeiten: E.T. The Extra-Terrestrial - ja, auch ich hatte es in meiner Sammlung (Bild: © miy.de)

Eins der schlechtesten Spiele aller Zeiten: E.T. The Extra-Terrestrial – ja, auch ich hatte es in meiner Sammlung (Bild: © miy.de)

Wenn sogar der Spiegel über E.T. the Extra-Terrestrial berichtet muss es ja eigentlich schon Mainstream sein. Eine der großen Legenden aus der Welt der Videospiele ist jetzt bestätigt worden. Kurze Zusammenfassung für alle, die sämtliche Artikel zu dem Thema bis jetzt ignoriert haben und ausgerechnet hier an dieser Stelle gefallen an dem Thema finden:

Erstaunlich, was sich so alles in meinen Archiv befunden hat. Kann mich aber nicht dran erinnern, das Machwerk auch mal gespielt zu haben. (Bild: @ miy.de)

Erstaunlich, was sich so alles in meinen Archiv befunden hat. Kann mich aber nicht dran erinnern, das Machwerk auch mal gespielt zu haben. (Bild: @ miy.de)

Ein faltig, gnubbeliger Außerirdischer scheffelte 1982 so viel Geld in den Kinos dass a) er es eigentlich gar nicht mehr nötig hatte, nach Hause zu telefonieren und b) sich Atari, damals nicht unerfolgreich mit dem Atari 2600, auch einen Teil vom Kuchen abschneiden wollte.

War leider nix. Das Spiel war grottig, der Videospielmarkt ging den Bach runter und so blieb man auf Unmengen unverkaufter Module sitzen. Was macht man damit? Richtig, man vergräbt sie irgendwo, damit die nachkommenden Generationen auch noch etwas davon haben. Hat ja auch schon bei den Piraten geklappt. Schreddern oder verbrennen ist ja auch uncool und das Wort Recycling ist ja Anfang der 80er noch nicht so ganz in Mode gewesen.

Und wie es sich für einen ordentlichen Piratenschatz gehört rankten sich seitdem gehörig die Legenden um diese terrestrische Verklappung, extraterrestrischen Unfrohsinns.

Nun wurde endlich der Schrott auf einer alten Deponie bei Alamogordo ausgegraben. Hatten schon andere davor versucht, scheiterten aber vermutlich daran, dass sie nicht genug Kohle auf den Tisch der Stadtverwaltung von Alamogordo legen konnten. Genügend Klimpergeld im Portemonnaie hatte jetzt wohl ein Film-Team, das eine Doku über Atari dreht. Der Film erscheint zunächst exklusiv für X-Box-Kunden. Damit dürfte klar sein, wo das Geld her kommt. Bestimmt nicht von E.T. selber.

Jetzt frage ich mich, warum ich darüber schreibe, wo doch ausnahmslos alle anderen auch schon drüber geschrieben haben. Zum einen, weil es eine gute Gelegenheit ist, ein paar schlechte Kalauer los zu werden und zu anderen noch mal eine schöne Gelegenheit für einen Lese- und einen Videotipp.

 

Zuerst der Lesetipp: Die E.T. Legende spielt eine nicht gerade kleine Rolle im Buch

Feine Buchserie mit Retro-Charm - „Extraleben“ von Constantin Gillies (Bild: miy.de)

Feine Buchserie mit Retro-Charm – „Extraleben“ von Constantin Gillies (Bild: © miy.de)

In dem Buch geht es um zwei etwas in die Jahre gekommene Nerds, die beim Ausgraben ihres alten C64 auf eine geheime Botschaft treffen. Darauf schließt sich eine schöne Schnitzeljagd quer durch die Anfänge der Video und Computerspiele an, bei der so mancher sicherlich so einige male verträumt mit dem Kopf nicken und denken wird: „Ja, ja, so war das bei mir damals auch“. Es ist zwar nicht die höchste Literatur, scheint mir aber fundiert recherchiert zu sein und ist flott durchgelesen.

Wer mal das Spiel, um das es hier geht genauer, kennen lernen möchte, sollte sich mal die entsprechende Episode vom Angry Videogame Nerd anschauen. Der ist zwar wie immer etwas radikal in seiner Meinung aber man bekommt einen guten Eindruck, warum das Spiel damals gefloppt ist. Wobei ein schlechtes Spiel ja nicht immer auch ein Garant für einen Flappy Flopp ist.

Wer jetzt wieder erwarten Lust bekommen hat, dieses Machwerk auszuprobieren sollte entweder einen Psychiater zu Problemen aus seiner Kindheit befragen oder seinen Gelüsten hier nachgeben. Einfach oben das Modul E.T..bin auswählen und leiden. Ich bin aber nicht Schuld dran.

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