Die fünfte Disziplin – endlich mal wieder was mit Triathlon

Zieleinlauf noch nicht am Ziel (Bild: © O. Thiele)

Zieleinlauf noch nicht am Ziel (Bild: © O. Thiele)

Der unbedarfte Außenstehende geht davon aus, dass es beim Triathlon drei Disziplinen gibt: Schwimmen, Laufen, Radfahren. Wer schon mal einen Triathlon gemacht hat kommt sehr schnell auf die vierte Disziplin: der Wechsel. Soweit, so gut. Da erzähle ich keinem etwas Neues. Was mir in der letzten Zeit jedoch immer öfter auffällt ist der Umstand, dass es wohl auch eine fünfte Disziplin gibt. Fünf? Was kann das denn sein?

Jeder, der sich mal an einem Triathlon versucht hat wird nicht um die Anmeldung herumgekommen sein. Keine Anmeldung, kein Triathlon. Und da der logistische Aufwand beim Triathlon nicht gerade gering ist bleibt die Anzahl der Wettkämpfe in einer Region sowie die Anzahl der zur Verfügung stehen Startplätze sehr begrenzt.

Ein Triathlon ist ja leider bezüglich der Teilnehmer Zahl nicht frei nach oben skalierbar.

Die Zeitspannen für Straßensperrungen und die Größe der Wechselzone sind hier die limitierenden Faktoren.

Wenn wie zum Beispiel beim Midsummer-Triathlon am Großensee die Ausfahrt für die Radfahrer nur für kurze Zeit gesperrt werden kann, weil die entsprechende Landstraße doch ein recht wichtiger Verkehrszweig in der Region ist, können nur nicht mal 200 Leute an den Start gehen.

Selbst Massenveranstaltungen wie der Hamburg-Triathlon sind in ihrer Größe begrenz. Wenn man sich anschaut, wie schnell die Plätze dies Jahr weg waren, obwohl die Startpreise mittlerweile schon alberne Höhen erklommen haben, dürfte klar sein, dass man noch erheblich mehr Startplätze verkaufen könnte. Nur ist die an sich schon ewig lange Wechselzone Ballindamm leider doch nicht unendlich. Irgendwann ist auch da Schluss.

Was ist nun daraus die Folge? Ganz einfach. Wer sich nicht rechtzeitig um seinen Startplatz kümmert darf nur zuschauen. Womit wir bei der fünften Disziplin wären. Mittlerweile muss man zuweilen schon verdammt früh aufstehen, um noch einen Startplatz zu bekommen.

Im oben genannten Beispiel des Midsummer-Triathlons sind die Plätze in der Regel innerhalb 10 bis 20 Minuten weg. Zumindest, wenn die Startzeit der Einschreibung bekannt gegeben und auch eingehalten wurde.

Es kommt aber auch des Öfteren vor, dass zwar eine Startzeit verkündet wird, die Einschreibung jedoch erst später freigeschaltet wird. Dann bleibt einem nichts anderes Übrig als vor dem Rechner zu hängen und im 5 Minuten-Takt den Reload-Button zu drücken und zu hoffen, das man nicht zu lange warten muss. Beim Midsummer letztes Jahre waren es glaube ich zwei bis drei Stunden, die man zu spät war.

Beim Hamburg Triathlon dies Jahr war es ähnlich auch wenn es nicht auf 5 Minuten ankam. Hier kam dann noch hinzu, dass die Preisgestaltung dies Jahr nicht vom Datum sondern von den bereits gebuchten Plätzen abhing. Da haben dann 5 Minuten dann schon ein paar Euro ausmachen können. Umso ärgerlicher, dass die Vorregistrierung dann nicht so recht funktionierte und der Betreiber es nicht geschafft hat, die Registrierungscodes zum richtigen Zeitpunkt und an alle gleichzeitig herauszuschicken.

Die daraus resultierende Empörung hat es sogar bis in das Hamburger Abendblatt geschafft.

Über die Höhe der Preise will ich mich jetzt hier nicht auslassen. Ob gerechtfertigt oder nicht, dass auch diese Massenveranstaltung nach wenigen Tagen komplett ausverkauft war zeigt, dass zumindest für dieses Event der Preis verlangt werden kann. Angebot und Nachfrage halt. Ich hatte mich nicht vorregistriert und wollte am offiziellen Starttag der Anmeldung mich melden. Da waren dann wohl schon über 5000 Plätze weg und so hätte der Sprint 105 Euro für mich gekostet. Für meinen Geschmack eindeutig zu viel für eine Stunde Sport. Da hilft dann auch die tolle Atmosphäre nicht. Für den Preis kann man locker zwei bis drei kleinere Triathlons besuchen… wenn man denn einen Platz bekommt.

So hat sich für mich mittlerweile die Anmeldung als fünfte Disziplin etabliert. Einschreibungstermine sondieren, im Kalender eintragen und am Starttag nichts vornehmen. Dann zur richtigen Stunde vor den Rechner hocken und hoffen, dass die Einschreibung nicht mit zu viel Verzug freigeschaltet wird. Durchaus ein nicht zu unterschätzender Aufwand, der richtig geplant werden will.

So gesehen werden auch im Triathlon die Sieger (oder zumindest die Teilnehmer) im Winter gemacht.

PS. Ich werde mich dann heute um 15 Uhr wieder vor den Rechner hocken und hoffen, einen Startplatz für den Stadtparktriathlon zu ergattern. Der ist bekannter maßen auch immer sehr schnell ausgebucht. Und wie das Leben so spielt sollte hier die Einschreibung zuerst am 1.3. starten, wurde dann auf den 23.2. um 0:00 vorverlegt und nun scheint es um 15:00 wirklich an den Start zu gehen. Die machen es einem auch nicht gerade leicht.

 

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