Der letzte Tag im Sommer – der liebe Garten

Garten (endlich) mit Haus (Bild: © O. Thiele)

Garten (endlich) mit Haus (Bild: © O. Thiele)

Heidwitzka, war das ein Endspurt. Wir befinden uns wieder im Garten und was vor nicht ganz einem Jahr mit einem „Parzelle zu verpachten“ auf 600 Quadratmeter Brachland anfing hat nun am 20.09. mit einer Geburtstagsfeier sein glückliches Ende genommen.

Eigentlich hätte ich fast jeden Tag der letzten zwei Wochen einen Artikel über den Garten schreiben können, aber interessanter Weise ist die Motivation, abends noch am Rechner zu sitzen erheblich größer, wenn ich den ganzen Tag vor dem Monitor verbracht habe als wenn ich mich mal wieder an der frischen Luft durch das Gelände wühlen muss.

Wie hier schon angedeutet, wurde das Häuschen von der Firma Ambrosius Holzbau letzte Woche in zwei Tagen aufgebaut. Junge, ging das fix.

Aufbaubeginn: 9 Uhr, um 13 Uhr steht schon der Rohbau (Bild: © O. Thiele)

Aufbaubeginn: 9 Uhr, um 13 Uhr steht schon der Rohbau (Bild: © O. Thiele)

Die Anlieferung der Einzelteile war etwas hakelig. Der LKW-Fahrer der Spedition hatte seinen Führerschein leider erst 4 Monate und das erste mal vom Chef nen Hänger an den LKW gehängt bekommen. Da kann man dann schon mal auf die Idee kommen, damit einfach in die recht schmale Einfahrt zum Parkplatz der Gartenanlage reinzufahren. Wie nicht anders zu erwarten ist er nicht mehr raus gekommen. Mit Hänger rückwärts ist dann wohl doch eher etwas für Fortgeschrittene. Ein Glück, dass unser Haus vorne auf dem LKW war. So konnte der Hänger abgekoppelt und das Haus eine Kreuzung weiter ausgeladen werden.

Raus ist der LKW-Fahrer dann wohl nur mit Hilfe eines Mitgärtners gekommen, der die nötige Erfahrung hatte.

Danach ging es jedoch flott und kompetent weiter. Das Team von Ambrosius hat die Laube super hingestellt. Danke schön…

So ganz fertig waren wir damit dann leider noch nicht. Die Laube muss noch außen gestrichen werden. Da die Grundierung außen jedoch erst mal 10 Tage einziehen muss, kommen die finalen Anstriche wohl erst nächste Woche an die Reihe.

Innen sieht es da schon etwas anders aus. Zuerst stand hier die Fußbodenversiegelung an. Zwei Lagen Hartwachs waren aufzutragen. Da hatten wir dann echt Glück mit dem Zeitplan. Montag und Dienstag wurde das Haus aufgestellt, Mittwoch erste Lage Bodenanstrich, Donnerstag zweite Lage Bodenanstrich und dann 4 Tage trocknen lassen. Perfekt, da wir am Donnerstag für 4 Tage Richtung Darmstadt zum Klassentreffen der Meinen abgedüst sind. Auch eine Erklärung, warum die Blog-Updates in den letzten beiden Wochen eher sporadisch waren.

Das wurde noch größer und tiefer. bergbau im Garten (Bild: © O. Thiele)

Das wurde noch größer und tiefer. Tiefbau im Garten (Bild: © O. Thiele)

Montag wieder in HH angekommen standen drei Aufgaben auf dem Plan: Wasser, Strom, Terrasse. Und alle drei Aufgaben hießen wieder: buddeln, buddeln, buddeln.

Da die Terrasse ursprünglich für einen anderen Haustypen gedacht war und somit andere Abmessungen hatte, musste ich nun noch einen halben Meter auf der Seite anbauen. Rasen abtragen, Vlies drunter, Sand drauf. Halber Vormittag durch.

Als Nächstes kamen Strom und Wasser dran. Das Ziel war, beim Nachbarn sich von hinten an die Wasserstelle ran graben und dort ein T-Stück zusetzen. Da der Stromverteilerkasten der Garten-Stromgemeinschaft direkt daneben steht, sollten sich hier doch prima Synergieeffekte einstellen.

Einfach gedacht, aber nicht einfach umzusetzen. Leider habe ich die Wasserleitung des Nachbarn nicht gefunden. Ohne massiv sein Grundstück zu untergraben wäre ich dort wohl auch nicht fündig geworden.

Glück im Unglück: Ich habe eine Hauptwasserleitung gefunden. Um daran zu kommen müssen wir zwar einen eigenen Schieber installieren lassen (unter dem Strich rund 700 Euro Mehrkosten), aber die Aussicht, sein eigener Wasserherr zu sein, nicht an anderer Stelle des Nachbars Garten verwüsten zu müssen und nicht die ganzen noch nicht am Haus angebrachten Leisten (sollen vor der Montage noch gestrichen werden) wegräumen zu müssen lassen das Portemonnaie lockerer sitzen. Macht den Kohl auch nicht mehr fett.

Der Strom war das nächste Thema. Leider sitzt so ein Verteilerkasten auch gut 60 cm tief im Erdreich. Und wieder hieß es Archäologe spielen. Das sogar fast im wahrsten Sinne des Wortes. Da ja die Grundeigenschaft eines Stromverteilerkastens die Verteilung von Strom ist, sind dort auch diverse Stromkabel in der Erde zu vermuten. Ist also nichts, mit einfach mal den Spaten in den Boden pfeffern. Das wäre mir zu spannend. Also mit kleinem Besteck sich vorsichtig zentimeterweise vorwärts tasten. Nervig, anstrengend und zeitraubend. Da kommt man dann doch das eine oder andere mal ins Zweifeln, ob das wirklich alles nötig ist. Wasser kommt ja vom Himmel und Strom gibt es als Batterien… vielleicht dann doch besser buddeln.

Wollen verlegt werden: 3 Paletten Steine (Bild: © O. Thiele)

Wollen verlegt werden: 3 Paletten Steine (Bild: © O. Thiele)

Auf diese Weise habe ich dann den Dienstag und Mittwoch vormittag verbracht. Die Meine hat derweil fleißig drinnen die Wände mit einer offenporigen Lasur gemalt. Ein sehr mühsames Geschäft, auch wenn Ihr die Freude über Sand im Haar und Blasen an den Händen entgangen ist. So ein Haus hat innen doch erstaunlich viel Fläche.

Neben Strom und Wasser stand ja auch noch die Terrasse auf dem Plan. Die Steine wurden am Dienstag nachmittag geliefert. 3 Einwegpaletten voll Platten und Steine. Was für ein Glück, dass wir dort einen verständnisvollen und guten Fahrer hatten, der uns die Paletten direkt vor den Zaun gestellt hat. Wenn ich die noch per Sackkarre vom Parkplatz zur Parzelle hätte rollen müssen, wäre ich nächste Woche noch nicht fertig.

Am Mittwoch wurde die Terrasse dann gelegt. Gut, wenn man Freunde hat, die einem dabei helfen und gleichzeitig auch noch Ahnung von dem Metier haben. Ist echt schön geworden und endlich mal ein Punkt, den wir von der Liste streichen können. Für die Feier am Samstag vielleicht der wichtigste Punkt, da man Wasser und Strom zur Not auch vom Nachbar holen könnte.

Weiter im Text. Nach dem erfolgreichen Mittwoch kam am Donnerstag der Elektriker. Klappte wie am Schnürchen. Das mittwochs gegrabenen Mini-Loch in den Stromkasten reichte aus um das 5x4er Erdkabel in den Kasten zu ziehen. Schon beim ersten Versuch konnte der Elektriker von der anderen Seite das Kabel greifen und durchziehen. Jubel, jubel, freu, freu. Der Rest ist professionelles Installieren der Stromverteilung, Schalter und Steckdosen. Schön, wenn man mal etwas nicht selber machen muss. Strombetriebene Dinge nutzen und drüber schreiben ist ja ne feine Sache. Daran rumbasteln ist mir dann doch etwas zu heikel.

Der letzte Punkt auf dem Zettel ist das Wasser. Nach einer kurzen Betrachtung von Wasserwart und Klempner wurde das auf Samstag, 9 Uhr terminiert. Könnte gerade noch so klappen.

Küchenzeile im Rohbau. Mal schauen, ob wir die fehlenden Teile noch zusammen bekommen (Bild: © O. Thiele)

Küchenzeile im Rohbau. Mal schauen, ob wir die fehlenden Teile noch zusammen bekommen (Bild: © O. Thiele)

Fein, so hatten wir den Freitag quasi frei. Naja, natürlich dann doch nicht. Im letzten Dezember hatten wir schon Elemente für die Küchenzeile beim großen Schweden gekauft. Jeder, der schon mal eine Ikea-Küche zusammengebaut hat wird wissen, dass das nicht in 5 Minuten geht, erst recht nicht, wenn man sich erst jetzt daran erinnert, dass noch eine Schublade fehlt, man drei Seitenteile zu viel gekauft und zwei Einlegeböden zu kurz gekauft hat. Also ab zu Ikea. Das Zurückgeben war kein Problem, nur die richtigen Teile sind, wie nicht anders zu erwarten, nicht mehr zu bekommen. Es ist eine Faktum-Küche und die ist im Juni 2014 ausgelaufen. Prima. Im Netz soll man jedoch noch Teile bekommen. Schaun mer mal. Erstaunlicher Weise ist so ein Ikea-Besuch dann doch fast genau so anstrengend wie das Buddeln im Garten… nur auf eine andere Art und Weise. Aber was muss, dass muss.

So, nun schnell die Einkäufe in die Gartenlaube bringen und noch mal los, um Biertische und Bänke abzuholen. Prima, wenn man die sich leihen kann und dann sogar noch mit rumgefahren bekommt. Danke, Jürgen. In einen Honda Jazz passt zwar viel, aber leider nicht alles. Der alte Werbespot mit dem Tetris-Spiel hinkt ja ein bisschen, da komplette Reihen nicht verschwinden. Vielleich aber auch besser so.

Letzter Punkt für Freitag auf dem Zettel: eine Küchenplatte kaufen. Noch so ein spannender Punkt, da auch hier die Frage im Raum steht, ob ich die ins Auto bekomme. Genau 2,22 Meter soll sie lang sein und ja, sie passt. So fügt sich dann auch eins der letzten Puzzleteile ins Spiel ein. Der Samstag kann kommen.

Schieber und 2. Wassersäule sitzen. Endlich kein Lock mehr im Garten (Bild: © O. Thiele)

Schieber und zweite Wassersäule sitzen. Endlich kein Loch mehr im Garten (Bild: © O. Thiele)

Und der Samstag kommt. Bei den ganzen Häuslebau-Anstrengungen darf man ja nicht vergessen, dass am Nachmittag auch eine Party steigen soll. So wird also früh um 8 als Erstes der Getränke-Markt geenter. Während die Meine mit der Kleinen weitere Einkäufe tätigt, radle ich mit dem Rad ab in den Garten um Wasserwart und Klempner in Empfang zu nehmen. Gut gelaunt und mit geübter Hand wird dann der Schieber gesetzt. Sogar der alte, schon sehr verrottete Schieber der zuführenden Leitung schließt, so dass der Montage nichts mehr im Wege steht. Knapp eine Stunde später heißt es denn Wasser marsch im Garten. Jetzt noch das 2 Quadratmeter große und 1 Meter Tiefe Loch wieder zuwerfen und wir sind komplett. Das Ende einer Odyssee.

Der Rest ist allseits bekannte Partyvorbereitung. Einkaufen, eindecken, dekorieren, hoffen, dass die Gäste den Weg durch den Kleingarten finden. Aber das dürfte jedem, der schon mal eine Party ausgerichtet hat bekannt sein.

Und die Party selber? Ein voller Erfolg. Mit dem letzten Tag des Sommer hatten wir nicht nur kalendarisch sondern auch meteorologisch des große Los gezogen. Wer hätte vor zwei Wochen gedacht, dass wir Ende September noch bis 23 Uhr bei sternenklarem Himmel draussen sitzen können. Man hat jede Sekunde das Gefühl, dass die ganzen Strapazen sich dann doch komplett gelohnt haben. So hat ein Happy End auszusehen.

(Bild: © O. Thiele)

(Bild: © O. Thiele)

Unter dem Strich fühle ich mich ein bisschen wie der kleine Bär im Janosch Buch „Riesenparty für den Tiger“. Am Ende nach der Party sagt dort der kleine Tiger: „Jetzt weißt du, was eine Party ist. Und irgendwann werde ich sagen, dass du Geburtstag hast und dann müssen wir wieder eine Party feiern…“. „Da bin ich aber hochbegeistert“ sagte dann der kleine Bär und war schon längst eingeschlafen, denn es war doch verdammt viel Arbeit für ihn gewesen.

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