Dash ja ein Ding – FreeWavz: Smart Earphones mit Fitness Monitoring

InEars mit allem Drum und Dran - FreeWavz (Bild: kickstarter/©FreeWavz)

InEars mit allem Drum und Dran – FreeWavz (Bild: kickstarter/©FreeWavz)

Ihr erinnert euch doch bestimmt noch an The Dash, die Bluetooth-InEar-Kopfhörer, die so klein sein sollen, dass es mir ein kleines Rätsel ist, wie die das lösen wollen. Wenn man sich die Kickstarter-Updates so anschaut scheinen sie aber noch gut auf der Strecke zu sein.

Ein ziemlich ähnlich gelagertes Projekt kann man jetzt mal wieder bei Kickstarter unterstützen. Die  FreeWavz Kopfhörer schreiben sich eigentlich so ziemlich die gleichen Features auf die Fahne. Lediglich auf den eingebauten MP3-Player muss man verzichten. Verbindung mit einem Medienlieferanten wird via Bluetooth aufgebaut.

Der augenscheinlich größte Unterschied liegt in der Größe der Hörer. Ist The Dash nur als Knopf im Ohr konzipiert gönnt sich FreeWavz erheblich mehr Platz, in dem sie quasi als Bügel um das Ohr herum gebaut sind. Das bringt auch gleich ein paar Vorteile mit sich. Die Bedienelemente können besser auf dem Gerät verteilt werden. Außerdem bleibt mehr Platz um den Sound generieren zu können. Ob FreeWavz das letztendlich auch ausnutzt muss sich zeigen. Auf dem Blatt sieht es jedoch schon mal ganz clever aus.

Sauerstoff und Pulsmessung durch durchleuchtete Ohren (Bild: kickstarter/©FreeWavz)

Sauerstoff und Pulsmessung durch durchleuchtete Ohren (Bild: kickstarter/©FreeWavz)

Den größten Vorteil durch die Bügel dürften vermutlich die Monitoring-Funktionen für die Fitnesswerte haben. Im Gegensatz zu The Dash, wo die Analyse über die Reflexion zweier kleinen LEDs im Ohr passiert, kann FreeWavz direkt an der Stelle, an der sich Bügel und Hörer sich am nächsten sind das Ohr durchleuchten. Ein Methode, die wohl in der Medizin schon etabliert sein soll. Da ich kein Mediziner bin kann ich das jetzt natürlich nicht verifizieren, klingt aber irgendwie schlüssig. Neben dem Puls wird auch noch die Sauerstoffsättigung gemessen. Schön viele Daten für den Zahlenfreak.

Außerdem dürfte auch auf jeden Fall der Halt der Hörer von den Bügeln profitieren. Beim Dash hätte ich immer die Angst, das mir ein Knopf aus dem Ohr fällt. Gerade im Herbstlaub oder bei einem Volkslauf wäre das nicht schön. Mit dem Bügel über dem Ohr dürfte ein erheblich besserer Sitz realisierbar sein. Damit würde ich mich sicherer fühlen.

Ein eigebauter 3-Achsen-Beschleunigungssensor ermöglicht die Erfassung von Bewegungen, wie zum Beispiel Schritten. Zwar dürfte ein GPS genauer zur Messung von Entfernungen sein, verbraucht dafür aber auch erheblich mehr Energie. Die ist bei so kleinen Geräten ja immer Mangelware. Die Freewayz müssen mit 100 mAh pro Seite auskommen. Das soll je nach Anwendungen für etwa 6 bis 8 Stunden Laufzeit reichen.

Wie nicht anders zu erwarten kommunizieren die FreeWayz via Stimme mit dem Nutzer. In wie weit sie bei Ansagen eventuelle Wiedergaben vom Smartphone aus runterregeln habe ich so auf Anhieb nicht gefunden. Ich denke aber, dass das bei denen auf jeden Fall auf dem Zettel stehen dürfte.

Beide Hörer können komplett unabhängig voneinander betrieben werden. Wer also mit einem Hörer auskommt kann den zweiten zum Beispiel seiner besseren Hälfte leihen. Da ist es natürlich naheliegend, dass man beide Hörer getrennt sehr feingranular bezüglich Lautstärke und Frequenzen einstellen kann. Via App geht dies sogar bis hin zu einem 6-Band-Equalizer. So was ist heutzutage ja eher selten anzutreffen. FreeWayz kann also sehr genau an die gewünschten Höreigenschaften angepasst werden.

Ein durchaus nicht zu übersehendes Problem bei InEar-Kopfhörer ist die Abschirmung vom Umfeld. Steck man sich die Dinger zu tief in den Gehörgang bekommt man von der Umgebung nichts mehr mit. Das kann gerade im Verkehr problematisch, wenn nicht sogar gefährlich werden. Trägt man sie eher locker fallen sie gerne mal raus. Um das Problem zu lösen haben die FreeWayz Mikrofone eingebaut. Das aufgenommene Umgebungsgeräusch kann dann so auf die Ohren durchgeroutet werden. Sehr clever. Gleichzeitig dienen die Mics natürlich auch der Möglichkeit, Telefonanrufe zu tätigen.

Durch eingebaute Mikrofone die Umgebungsgeräusche mitbekommen (Bild: kickstarter/©FreeWavz)

Durch eingebaute Mikrofone die Umgebungsgeräusche mitbekommen (Bild: kickstarter/©FreeWavz)

Für die unterschiedlichen Szenarien kann der Nutzer auch unterschiedliche Profile abspeichern. Für das Fitnessstudio macht man die Teile komplett dicht, damit man das Gestöhne und Gebrabbel der anderen Sporttreibenden mitbekommt. Fürs Radfahren dreht man die Umgebungsgeräusche möglichst weit auf damit man dann auch die meckernden Autofahrer mitbekommt. Praktisch, praktisch.

Alles in allem scheinen mir die FreeWayz etwas realistischer zu sein als The Dash. Damit will ich jetzt nicht sagen, dass die Jungs von The Dash das nicht hinbekommen werden. Die Gefahr Abstriche machen oder längere Wartezeiten in Kauf nehmen zu müssen dürfte dort aber größer sein. Immerhin kann FreeWayz schon einen funktionierenden Prototypen vorweisen, der auch einigermaßen wie das finale Produkt aussieht.

Wer 214 $ (diesmal wohl inkl. Nebenkosten) übrig hat sollte sich das Teil mal genauer anschauen. Hat schon einen gewissen haben-wollen-Faktor.

Getagged mit: