Schaf im Wolfspelz – Coleco Chameleon

Coleco mit Jaguar-Gehäuse. Ab dem 26.2.16 bei Kickarter (Bild: © Retro Video Game Systems Inc.)

Coleco mit Jaguar-Gehäuse. Ab dem 26.2.16 bei Kickarter (Bild: © Retro Video Game Systems Inc.)

Was macht man, wenn man mit seiner Crowdfunding-Kampagne auf die Schnauze geflogen ist? Richtig. Aufstehen, ein bisschen das Projekt tweaken und es noch mal probieren. Diesen Weg geht jetzt RETRO VGS mit dem Coleco Chameleon.

Letztes Jahr hatte RETRO VGS versucht, mit den originalen Spritzgussformen des Atari Jaguars eine Retro-Konsole an den Mann zu bringen. Leider erreichten sie von den gewünschten 1,9 Millionen $ nur etwa gute 80.000 $. Leicht überschätzt würde ich sagen.

Am Freitag steht nun der nächste Versuch ins Haus und vielleicht ist diese Ehrenrunde nicht verkehrt gewesen. In der Zwischenzeit konnte RETRO VGS sich nämlich die Erlaubnis holen, mit dem Namen Coleco ins Rennen zu gehen. Wer Coleco mit seinem Colecovision und diversen anderen Konsolen sowie kleinen Tabletop-Videogames nicht kennen sollte ist definitiv kein Kind der 70er/80er. Die Plüschpuppen ignorieren wir jetzt einfach mal. Das Colecovision war der heiße Scheiß, den damals jedes Kind haben wollte. Ich sage nur saugeile Grafik… zumindest im Vergleich zu den damals vorherrschenden Atari 2600. Von den ganzen Pong-Konsolen will ich gar nicht erst anfangen. Natürlich hatte ich ein CBS. Wenn der Name Coleco erklingt wird bei mir also eine gewisse Erwartungshaltung geweckt.

CBS ColecoVision von 1982. (Bild: © Oliver Thiele / miy.de)

Es geht doch nichts über das Original – CBS ColecoVision von 1982. (Bild: © Oliver Thiele / miy.de)

Ob die Erwartungshaltungen erfüllt werden? Schwierig zu sagen, bevor die Kampagne gestartet ist. Die Optik des Gerätes scheint auf jeden Fall schon mal sehr vielversprechend. Ok, ist ja letztendlich der gute, alte Jaguar. Technisch gesehen wird es da schon kniffeliger. Das Coleco Chameleon wird eine FPGA und Arm-Prozessor basierende Konsole werden. So ist theoretisch schon mal sichergestellt, dass diverse Systeme nachgebildet werden können. Ob das auch passieren wird ist freilich noch die Frage.

Ein HDMI-Ausgang verspricht eine gute Bildqualität an aktuellen Fernseher. Eigentlich ein Muss heutzutage, auch wenn das nicht alle begriffen haben.


Bezüglicher der Kontroller bin ich ein wenig skeptisch. Ich befürchte, dass die ganz alten Games mit einem Gamepad nicht so gut rüber kommen werden. Es geht doch nichts über die originalen Joysticks. Das Konzept der Hyperkin RetroN 5 schein mir da etwas schlauer zu sein.

Das interessanteste Detail beim Coleco Chameleon dürfte sein, das man nicht auf Download-Inhalte oder SD-Karten setzen möchte. Vielmehr sollen die guten, alten Module wieder zum Leben erweckt werden. Ein Hauch von Nostalgie weht durch den Raum. Allerdings würde ich hier eher den (nachvollziehbaren) Wunsch hinter sehen, Umsatz generieren zu können. Mit SD-Karten sind die Medien ja heutzutage so schnell, dass es eigentlich keinen Grund mehr gibt, Module zu nutzen. Es würde mich also auch nicht wundern, wenn in den Modulen dann letztendlich nur eine SD-Karte sitzen wird.

Atari Jaguar von 1993/1994. (Bild: © Oliver Thiele / miy.de)

Hiervon wurden die Spritzgussformen genommen: Atari Jaguar von 1993/1994. (Bild: © Oliver Thiele / miy.de)

Im Early Bird, der wohl für 135 $ plus Nebenkosten über die Theke gehen wird, ist dann wohl auch nur ein Modul mit einem noch nicht näher genannten Launch-Titel enthalten. Mehr Futter gibt es dann erst bei den höheren Pledges. Wer zum Beispiel die Colecovision-Spielesammlung mit 15 Titel sein eigen nennen will muss mit 250 $ schon ein ganzes Stück tiefer in die Tasche greifen.

Da könnte man sich dann genau so gut auch ein echtes CBS mit ein paar Modulen für ersteigern. Ich bin insgesamt noch ein wenig skeptisch, ob man das Coleco Chammeleon wirklich haben muss. Wenn die Kampagne gestartet ist werde ich aber noch mal einen genaueren Blick drauf werfen.

Interessant dürfte auch sein, ob man sich wieder ein so extremes Funding-Ziel setzt. Aber manchmal lernt man ja auch aus seinen Niederlagen.

 

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