Clever geklappt – das Gi Bike

Cleveres Klapprad - das Gi Bike mit Elektroantrieb und Smartphoneunterstützung (Bild: Kickstarter/©Toledo, Augustinoy & Sevillia)

Cleveres Klapprad – das Gi Bike mit Elektroantrieb und Smartphoneunterstützung (Bild: Kickstarter/©Toledo, Augustinoy & Sevillia)

Es wird langsam Sommer. Die Menge an Projekten, die das Stadt-Fahrrad revolutionieren sollen, nimmt zu. Macht ja auch viel mehr Sinn, da die Motivation, so ein Projekt zu unterstützen vermutlich bei gutem Wetter höher sein sollte als bei Regen, Eis und Schnee. Blöd nur, wenn die Auslieferung dann vermutlich im Winter erfolgen wird.

Neuester Mitspieler ist das Gi Bike. Beim Gi Bike handelt es sich um klappbares Pedelec mit der mittlerweile schon fast üblichen Smartphone-Anbindung. Dabei wartet es mit ein paar interessanten Spezifikationen auf.

Als erstes schauen wir uns mal den Antrieb an. Im Gi Bike ist ein Elektromotor untergebracht der den Radler bis zu 65 Kilometer weit unterstützen soll. Top-Speed liegt bei 25 Km/h. Ein 6000 mHa-Akku und ein cleverer Controller sollen dies Möglich machen. Bremskraft-Rückgewinnung inklusive. Aufgeladen ist der Akku in etwa 4 Stunden. Man kann den Akku allerdings nicht aus dem Rad heraus nehmen.

Das ist jetzt allerdings nur halb so schlimm, da das Gi Bike mit einem Handgriff sich schnell zusammen klappen lassen kann. Dadurch muss man nur die Hälfte an Rad mit in die Wohnung nehmen, um das Teil aufzuladen. Nur blöde, wenn es gerade draußen geregnet hat oder man im fünften Stock ohne Treppe wohnt.

Schnell geklappt (Bild: Kickstarter/©Toledo, Augustinoy & Sevillia)

Schnell geklappt (Bild: Kickstarter/©Toledo, Augustinoy & Sevillia)

Aber auch hier gibt es Abhilfe. Zum einen ist das Gi-Bike mit knapp unter 18 Kg erstaunlich leicht. Günstige Stadträder kommen locker mal auf 20 bis 25 Kg. Zum anderen gibt es das Gi Bike nämlich auch ohne Hilfsantrieb. Pedelecs sind eh was für Weicheier. Man muss es dann nicht mehr mit nach oben nehmen. Und wer doch schleppen möchte braucht nur noch etwa 12 Kg zu schleppen.

Gebremst wird mit Scheibenbremsen. Die Hintere wird mit einer Hydraulik betrieben, die vordere per Bowdenzug.

Eine Beleuchtung ist natürlich auch mit an Bord. Neben einer üblichen Rückbeleuchtung ist das Vorderrad mit einer aktiven Seitenbeleuchtung ausgestattet. Das sorgt für eine grandiose Sichtbarkeit gegenüber Verkehrsteilnehmer, die sich von der Seite aus nähern. Ob das auch reicht um vom entgegenkommenden Verkehrt gesehen zu werden und selber genug sehen zu können ist eine gute Frage. Wenn man sich das Beispielbild so anschaut bin ich mir da nicht so sicher. Die Frage ist, wie weit die LEDs an der Seite über die Reifenbreite hinausschauen. Vielleicht schieben die Entwickler ja mal ein Video oder Foto von vorne nach.

Wem das nicht genug ist wird sich noch eine normale LED-Leuchte auf den Lenker setzen müssen. Dessen Stromversorgung sollte aber auch kein großes Problem sein, da das Rad mit einem USB-Port ausgestattet ist. Wobei ich vermute, dass man an dem eher sein Smartphone anschließen wird, für das es nämlich einen Halter gibt. So ganz klar, ob und wie der USB-Port bei der manuellen, nicht Pedelc-Version funktionieren wird, ist es allerdings nicht. Schließlich dürfte die keinen 6000 mAh Akku besitzen.

Auch nicht so ganz klar ist, für welche Smartphones der Halter geeignet ist. Apps soll es für IOS und Android geben.

Das Smartphone wird natürlich auch voll mit in das Radkonzeot mit eingebunden. Die üblichen Statistiken werden erfasst. Das Rad kann mit dem Phone gesperrt werden und man kann andere Leute zum fahren autorisieren. Die Sperrung erfolgt allerdings nur über die Scheibenbremsen. Sehr sicher ist das nicht. Erst recht nicht, wenn man bedenkt, dass es sich um ein Klapprad handelt, das in knapp einer Sekunde zusammen geklappt ist und auch noch recht wenig auf die Wage bringt. Sollte man also nur nutzen, wenn man das Rad noch in Sichtweite hat.

Was dem Gi Bike momentan noch fehlt sind vernünftige Schutzbleche. Die sind noch nicht fertig gedacht, sollen aber noch nachgereicht werden. Schade, denn das ist gerade bei einem Stadt-Fahrrad doch von zentraler Bedeutung. Es sollen ja berufstätige Radler angesprochen werden. Wenn ich mich im Anzug auf das Rad schwinge will ich doch auch sicher gehen, am Ziel nicht einen schönen, braunen Schmutzstreifen auf dem Rücken zu haben. Macht sich im Büro nicht so gut.

Gut sichtbar auch bei Dunkelheit (Bild: Kickstarter/©Toledo, Augustinoy & Sevillia)

Gut sichtbar auch bei Dunkelheit (Bild: Kickstarter/©Toledo, Augustinoy & Sevillia)

Aber die Bleche und eine Gepäckträger sind in Entwicklung. Es ist also noch Hoffnung.

Das Gi Bike ist also ein interessantes Projekt mit sehr eigenständiger Optik, cleverem Klappmechanismus und ein paar beeindruckenden Features. Das hat dann leider auch seinen Preis. Für die Version ohne E-Motor fallen 2590 $ plus 375 $ Shipping und Nebenkosten an. Die E-Version ist dann noch mal 800 $ teurer. Da ist schon ein ganz schöner Batzen Geld, den man dafür berappen muss. Wenn das Rad hält, was es verspricht geht das ok. Bei der Summe würde ich mir die Unterstützung zweimal überlegen. Wie bei Kickstarter üblich kauft man ja die Katze im Sack und eine Probefahrt ist vorab leider auch nicht möglich.

Als Lieferdatum wir März 2015 angepeilt. Fast ein Jahr lassen die Jungs sich als Zeit. Das gibt Grund zur Hoffnung, dass der Verzug nicht all zu groß sein wird. Und selbst wenn es zwei Monate später kommt… die Radsaison hat dann ja g

Getagged mit: ,