Bobby, ein Rucksack-Review

Gut verarbeitet – Bobby, der sichere Rucksack (Bild: miy.de/O.Thiele)

Einer der meistgelesensten Artikel des Jahres hier im Blog war der Artikel über Bobby, dem diebstahlsicheren Rucksack. Mittlerweile ist der Rucksack bei mir fleißig im Einsatz und was liegt da näher, als ein kleines Review zu schreiben?

Den Rucksack hatte ich in der besagten Kickstarter-Kampagne geordert. Erstaunlicher Weise ist die Lieferung im September dann auch wirklich erfolgt. In-time-Lieferungen bei Crowdfunding-Projekten sind ja eher die Seltenheit. Im Schnitt hatten die Kampagnen der Jahre 2014/2015, die ich hier im Blog besprochen habe einen Verzug von guten 4 Monaten. Da ist eine pünktliche Lieferung doch hervorzuheben.

Well done, Bobby

Die Verarbeitung meines Exemplars ist tadellos. Saubere Nähte, keine Wellen im Stoff, gut laufende Reisverschlüsse. So soll es sein. Dies gilt sowohl für das Äußere als auch für innen. Die verwendeten Materialien fühlen sich angenehm und hochwertig an. In wie weit der Rucksack aber nun Schnittsicher ist wage ich nicht zu testen. Schließlich will ich ihn ja noch weiter nutzen.

Trotz Einsatz auch im Urlaub sieht der Rucksack immer noch gut aus. Das Material schein also durchaus etwas abzukönnen.

Einziger Punkt, bei dem die Materialauswahl nicht so gelungen ist, sind die unteren Gurte. Diese bestehen aus einem recht feinen Gewebe. Das fühlt sich zwar sehr schön an, rutsch jedoch sehr leicht durch die Schnallen der Schultergurte. Man muss also die Einstellung der Gurte recht oft nachjustieren. Hier wäre ein gröberes Gewebe von Vorteil gewesen.

Größtes Minus – das nicht sehr rutschfeste Material der Gurte (Bild: miy.de/O.Thiele)

Der Innenraum des Bobby ist gut organisiert. Selbst meine fette Dell Precision M4800 passt so gerade eben noch rein. Sowohl Notebook als auch Tablet werden durch Gummibänder sicher gehalten. Man sollte beim Tablet-Fach allerdings bedenken, dass die Tasche nur halbe Höhe des Tablet erreicht. Die halbe Rückseite ist also ein wenig ungeschützt. Es versteht sich von selber, dass das Display nach innen zeigen sollte. Wer also harte Gegenständer transportiert sollte schauen, ob er damit nicht sein Tablet zerkratzen könnte.

Die Möglichkeit, eine Powerbank durchzuschleifen ist zwar eine lustige Idee. Für den Tageseinsatz habe ich jedoch bis jetzt noch kein passendes Szenario gefunden. Auf dem Weg von und zur Arbeit ist das Smartphone ja in der Regel noch gut gefüllt. Und wer den ganzen Tag unterwegs ist wird wohl auch damit klar kommen, das Smartphone mal für eine halbe Stunde in den Rucksack zum Aufladen zu stecken. Man darf ja nicht vergessen, dass das Kabel zwar elegant aus dem Rucksack kommt, dann jedoch in der Welt rumbaumelt.

Aufgeräumt

Da passt auch ein 15″er der fetteren Sorte (Bild: miy.de/O.Thiele)

Generell würde ich den Rucksack eher den ordentlichen Leuten empfehlen. Durch die Aufteilung in Fächer ist der reine Laderaum für Knüll-Ware  wie zum Beispiel den Regenponcho eher begrenzt. Für meinen Geschmack ist die Aufteilung für den täglichen Weg zur Arbeit genau richtig. Für den Urlaub könnte etwas mehr Laderaum von Vorteil sein.

Ein sehr großes Plus bekommt der Schnitt des Rucksacks von mir. Er ist nämlich so geschnitten, dass er aufrecht auf dem Boden stehen kann. Auch der an den Trägern befestigte Griff weiß zu gefallen. Die zusätzlichen Taschen in der Innenseite der Träger sind schnell und gut zu erreichen. Man muss nur einen Träger von der Schulter nehmen und kommt dann schnell an die Tasche.

Der Zugriff auf das Hauptfach ist im Vergleich zu normalen Rucksäcken minimal umständlicher. Das ist dem Konzept des versteckten Reisverschlusses  geschuldet. Ein Plus an Sicherheit geht halt leider auch immer mit einem Minus an Usability einher. Durch die langen Griffe des Reisverschlusses halten sich die Einschränkungen jedoch in Grenzen.

Der USB-Port. Nette Idee, aber relativ geringer Nutzen (Bild: miy.de/O.Thiele)

Kurz statt lang

Das einzige, wirkliche Problem, was ich mit dem Bobby habe ist der Tragekomfort auf längeren Strecken. Die vollmundig angekündigte supertolle Ergonomie scheint zumindest bei meinem Rücken nicht so ganz hin zu hauen. Auf kurzen Strecken habe ich kein Problem. Da sitzt er durchaus angenehm auf dem Rücken. Im Urlaub hatte ich ihn jedoch mehrere Stunden auf. Da hat sich mein Rücken dann doch zu Wort gemeldet, obwohl im Rucksack nicht sonderlich viel verstaut war.

Ich bin mir jetzt nicht so ganz sicher, ob das an den zu leicht verstellbaren Gurten liegt oder daran, dass der Bobby keine Hüft und Brustgurte besitzt. Gerade ein Hüftgurt entlastet die Wirbelsäule doch ungemein. Schade eigentlich, dass xdDesign beim Bobby drauf verzichtet hat.

Tl;dr

Der Bobby Rucksack ist prima verarbeitet und durchdacht aufgebaut. Die durchrutschenden Träger sowie fehlende Brust- und Becken-Gurte trüben leider das Bild ein wenig.

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