Schlüsselerlebnis – BitLock Fahrrad-Schloss mit Smartphone-Steuerung

BitLock Bügelschloss mit Smartphonesteuerung (Bild: Kickstarter/© Mesh Motion Inc)

BitLock Bügelschloss mit Smartphonesteuerung
(Bild: Kickstarter/© Mesh Motion Inc)

Gestern war es mal wieder so weit. Schon wieder ist mir der Schlüssel meines Fahrradschlosses abgebrochen. Glücklicher Weise nur oben am Griff, so das er sich nicht mehr am Schlüsselbund befestigen lässt. Trotzdem nervig. Oh wie schön wäre es doch, wenn man ein Fahrradschloss ohne Schlüssel hätte. Ja ja, Zahlenschlösser gibt es wie Sand am Meer, aber die sind genau so sicher wie eine Sandburg bei einer Springflut.

Wie der Zufall es so will gibt es jetzt bei Kickstarter mal wieder ein interessantes Projekt, das genau das Thema bedient. Mit dem BitLock Bügelschloss der Firma Mesh Motion Inc. soll der Schlüssel überflüssig werden. Stattdessen lässt sich das Schloss via Smartphone öffnen. Ist das Smartphone in Reichweite des Schlosses reicht ein Druck auf einen Knopf am Schloss und es öffnet sich. Das Schloss verbindet sich Strom sparend via Bluetooth 4 mit dem Smartphone. Das schränkt allerdings momentan die Auswahl kompatibler Smartphones noch etwas ein.

Tausend mal berührt

Die in dem Schloss verbaute Batterie soll etwa 5 Jahre oder 10.000 Schließvorgänge überleben, bevor sie gewechselt werden muss. Neigt sich die Lebensdauer dem Ende entgegen meldet sich das Schloss über die Smartphone-App zu Wort. Den Hinweis sollte man dann auch wirklich beherzigen. Es steht zu befürchten, dass sich das Schloss mit leerer Batterie nicht mehr öffnen lässt. Ein Austausch der Batterie lässt sich aber problemlos selbst erledigen. Interessant wird es zu sehen, in wie weit die Batterie mit niedrigen Temperaturen klar kommt. Das könnte in einem kalten Winter zu Überraschungen führen, auch wenn laut Hersteller die Batterie mit Temperaturen von -55°C bis +125°C klar kommen soll. Wie die Batterie dann wohl eine Behandlung mit Kältespray überlebt?

Sollte das Smartphone leer sein wäre es von Vorteil, ein kommunikativer Mensch zu sein. Dann muss man nämlich jemanden ansprechen und fragen, ob man sein Fahrrad  über das Smartphone des Fremden freischalten kann. Das geht unter der Voraussetzung, dass man einen 16-stelligen Code dabeihat. Bleibt nur zu hoffen, dass man die Codes nicht der Reihe nach automatisch durchprobieren muss. Elektronisch sollte das schneller gehen als damals mit der 3-stelligen Zahlenschlössern, die man zur Not aber auch mit der Gartenschere aufbekam.

Das Schloss in Einzelteile zerlegt (Bild: Kickstarter/ © Mesh Motion Inc)

Das Schloss in Einzelteile zerlegt
(Bild: Kickstarter/ © Mesh Motion Inc)

Weiche Ware

Natürlich kommt die Software noch mit ein paar Features daher. So wird die Position des Rades per GPS-Daten abgespeichert. Gut, wenn man auf Grund des Alkoholspiegels das Rad in der Nacht nicht mehr wiederfindet und sich am nächsten Morgen an nichts mehr erinnern kann. Außerdem bietet die App noch die üblichen Health-tracking-Geschichten, die tausend andere Apps aber auch können.

Ganz wild wird es, wenn man sich mit dem „sozialen“ Konzept des BitLocks einlässt. Man kann Freunden Zugriff auf sein Rad gewähren. Dahinter steckt die Idee, dass viele Räder ungenutzt im Hof stehen und man doch prima Ressourcen sparen könnte, wenn sich viele Leute ein Rad teilen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass davon wirklich viele Leute gebrauch machen werden. Aber wer viel Vertrauen in seinen Bekanntenkreis hat und damit leben kann, dass das Rad genau dann vom WG-Kumpel am anderen Ende der Stadt abgestellt wurde, wenn man dringen damit los will, kann ja mal sein Glück versuchen.

Bedienelement des BitLocks (Bild: Kickstarter/ © Mesh Motion Inc)

Bedienelement des BitLocks
(Bild: Kickstarter/ © Mesh Motion Inc)

Sicher, sicher, dat

Ein Schloss sollte möglichst sicher sein. Geworben wird mit 12 mm gehärteten, hitzebehandelten und schnittfestem Stahl. Ob der denn auch wirklich den Tricks professioneller Fahrradknackern Stand halten kann dürfte eine interessante Frage sein. Vielleicht findet sich ja irgendwann mal ein Prüflabor, dass das Schloss mit einem besseren Abus-Schloss z.B. vergleicht. Eins ist jedoch sicher, ein Schloss zum knacken wird der Fahrraddieb vergeblich suchen.

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