Bisecu – das automatische Smart-Fahrrad-Schloss

Blockiert leider nur das Vorderrad und bietet keinen Wegtrageschutz – Bisecu (Bild: kickstarter/ © BISECU Inc.)

Das auseinandernehmen von Crowdfunding-Fahrradschlössern hat hier im Blog ja schon eine kleine Tradition. Da soll Bisecu, das angeblich erste voll automatische Fahrrad-Schloss, natürlich nicht außen vor bleiben.

Wer sein Rad liebt und ab und zu plant, das selbige auch mal ein paar Minuten der Umwelt unbewacht darzubieten, sollte ja ein wenig Sorgfalt bei der Auswahl des Fahrradschlosses walten lassen. Die meisten sind ja dann doch recht schnell geöffnet und schon darf man den Heimweg zu Fuß antreten.

Das Wichtigste bei einem Fahrradschloss dürfte die stabile Verbindung mit einem festen Gegenstand sein. Das ist das A und O und noch viel wichtiger als irgendwelche Smart-Geschichten oder das Gewicht.

Bisecu, das Schloss für viel Tragekomfort

Und warum ist die feste Verbindung so wichtig? Weil so ein Rad schnell unter den Arm genommen und in den Kleintransporter geworfen ist. Das geht in Sekunden. Ok, so manch ein Schloss ist für den Profi auch bei fester Verbindung zu einem Gegenstand in Sekunden zu öffnen. Nur wenn ich als Dieb die Wahl habe gehe ich immer den Weg der geringsten Wiederstandes.

Und schon sind wir beim Bisecu. Es wartet zwar mit dem ganz interessanten Feature auf, sich selber zu sperren, wenn das entsprechend gekoppelte Smartphone sich aus der Reichweite entfernt, bietet (zumindest zum Start der Kampagne) jedoch nur die Sperrung der Vorderrades an.

Ein gesperrtes Vorderrad ist nun wirklich kein Diebstahlschutz. Vom Wegtrage-Szenario mal abgesehen ist es da selbst einem geübten Radfahrer möglich, das Rad per Wheelie nach Hause zu radeln.

Sperrt sich, wenn das Smartphone entfernt wird. Hoffentlich nicht in voller Fahrt, wenn der Smartphoneakku leer geht. (Bild: kickstarter/ © BISECU Inc.)

Ein paar Details

Das Bisecu Fahrradschloss wird auf die Achse des Vorderrades aufgebaut und sperrt den Umlauf der Rades mit einem Bolzen, der sich quer zwischen die Speichen schiebt. Gesteuert wird die Geschichte via Smartphone. Klar, das Wörtchen „Smart“ will ja auch irgendwie gerechtfertigt werden.

Die Verbindung zwischen Bisecu und Smartlock wird via Bluetooth aufgebaut. Mich würde übrigens besonders interessieren was passiert, wenn der Akku des Phones während der Fahrt leer läuft, das Phone sich abschaltet und somit die Verbindung zum Schloss verloren geht.

Hoffen wir mal, dass dann das Schloss nicht denkt, dass es sich verriegeln soll. Stichwort „Salto mortale“.

Natürlich darf der Bewegungsalarm nicht fehlen. Fleißigen Lesern des Blog dürfte bekannt sein, dass ich davon gar nichts halte. Wer sich mal fünf Minuten die Fahrradständern der nächsten U-Bahnstation angeschaut hat kann sich sicherlich vorstellen, wie oft so ein Teil dann Fehlalarm auslösen wird.

Die Initiatoren geben hierfür seltsamer Weise sogar selbst ein Beispiel. Mit dem Ball gegen das Rad und die Party geht ab.

An die Leine genommen

Gibt leider keine genauere Auskunft, wie das Kabel am Bisecu befestigt wird (Bild: kickstarter/ © BISECU Inc.)

Ein paar ganz nette Features gibt es dann aber doch. Ein eingebauter Geschwindigkeitsmesser zum Beispiel oder eine Beleuchtungsfunktion, abhängig vom Tempo.

Das freilich wichtigste Feature, eine Stahl-Kabel-Erweiterung, um das Rad auch wirklich fest mit einem Gegenstand zu verbinden, ist leider nur angedacht und wird frühestens nächstes Jahr zu bestellen sein. Wenn man sich die Bilder des Schlosses so anschaut frage ich mich nur, wie das Kabel denn dort eingeklippt wird. Ich würde mich nicht wundern wenn entweder das Kabel doch nicht kommt oder erst bei der zweiten Generation des Bisecu (so es denn eine geben wird) anschließbar sein wird.

Kann natürlich auch sein, dass das Produktdesign sich noch ändern wird. Kickstarterkampagnen sind da ja immer recht flexibel.

Unter dem Strich wäre ich als skeptisch, ob das Bisecu Fahrradschloss einen wirklichen Schutz bietet. So gesehen sparen wir uns auch mal den genaueren Blick auf das Auslieferungsdatum Februar 2018. Dürfte nämlich auch recht sportlich sein.

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