The bike design project (2) – Denny City-Bike mit E-Motor

Mein Favorit - The Denny bike  (Bild: Oregon Manifest /The Bike Design Project/TEAGUE + Sizemore Bicycle)

Mein Favorit – The Denny bike (Bild: Oregon Manifest /The Bike Design Project/TEAGUE + Sizemore Bicycle)

So, fangen wir doch einfach mal mit meinem Favoriten an. Das Denny wurde von einem Team aus Seatle für das bike design project entwickelt.

Am auffälligsten dürfte zum einen der recht große Träger vorne sein und zum anderen die fehlenden Schutzbleche. Keine Schutzbleche, obwohl das eine der Grundvoraussetzungen des Projektes ist? Ja, denn der Schmutz der Straße wird durch kleine Bürsten abgehalten, die über den Mantel streifen. Mal etwas ganz anderes. Ob das wirklich funktioniert würde mich echt interessieren. Was ist mit Schnee und Schneematsch? Und wenn es funktioniert wäre auch noch interessant, ob damit eine erhöhte Geräuschkulisse mit einher geht und wie es damit mit dem Verschleiß aussieht.

Das Bürstenkonzept ist also eins der augenfälligsten Merkmale des Rades, meines Erachtens aber auch der einzige, potentielle Schwachpunkt.

Der Frontträger ist da schon mehr nach meinem Geschmack. Mit ist der Transport vorne generell lieber. Bei einem Träger oder Korb hinten muss man sich dann doch irgendwie immer versichern, ob das Transportgut auch noch auf seinem Platz sitzt, ob es abzustürzen droht oder gar schon die Fliege gemacht hat, egal ob von alleine oder durch fremde Hilfe. Einen Frontträger hat man immer im Blick.

 (Bild: Oregon Manifest /The Bike Design Project/TEAGUE + Sizemore Bicycle)

(Bild: Oregon Manifest /The Bike Design Project/TEAGUE + Sizemore Bicycle)

Im Träger des Denny sind übrigens auch noch LEDs eingebaut und der Akku des Rades verstaut. Die LEDs dienen als Blinker, der Akku neben Bestrohmung der Lichtanlage auch dazu, den im Vorderrad verbauten E-Motor mit Energie zu versorgen.

Normalerweise bin ich ja kein großer Fan von E-Bikes, aber dem Denny steht das irgendwie ganz gut. Vielleicht werde ich auch einfach nur langsam alt und beginne mich daran zu gewöhnen, dass man es mit gelegentlichem Schummeln auch etwas leichter haben kann. Man darf ja auch nicht vergessen, dass es nicht so schön ist, verschwitzt am Arbeitsplatz anzukommen. Auf dem Rückweg kann man dann ja wieder selber strampeln.

Kein Schutzblech sondern nur eine kleine Bürste  (Bild: Oregon Manifest /The Bike Design Project/TEAGUE + Sizemore Bicycle)

Kein Schutzblech sondern nur eine kleine Bürste (Bild: Oregon Manifest /The Bike Design Project/TEAGUE + Sizemore Bicycle)

Mit dem elektrischen Antrieb geht dann auch gleich ein automatisches Schaltwerk einher. Wenn das brauchbar läuft wäre das eine feine Sache. Angetrieben wird das Danny mit einem wartungsarmen Riemenantrieb. Verölte und zerrissene Hosensäume durch schmierige Kette ade.

Das Lichtkonzept ist recht umfassend. Die voll in das Rad integrierten Lichter reagieren auf das Umgebungslicht und schalten selbstständig. Das Rücklicht besitzt zusätzlich die Funktion eines Bremslichtes. Nicht verkehrt, wenn die Nachfolger so gewarnt werden. Über den Blinker im Gepäckträger bin ich mir noch nicht so sicher. Der scheint mit nur von der Seite einzusehen zu sein. Blinker sollten jedoch eher von vorne und hinten zu sehen sein, damit entgegenkommende Verkehrsteilnehmer und solche, die hinter einem fahren den Abbiegewunsch mitbekommen. Die Leute, die das Rad dabei von der Seite sehen sind meist zu schnell vorbei, als dass die durch diese Informationen einen Vorteil hätten.

Mich würde interessieren, ob weitere smarte Geschichten wie GPS-Tracking, Smartphone-Anschluss und dergleichen am Denny angedacht sind. Erwähnt werden sie nicht. Genügend Technik ist jedoch verbaut, so dass das durchaus im Rahmen des Machbaren sein dürfte.

Das absolute Highlight und der Grund, warum das Denny mein Favorit ist, dürfte der Lenker sein. Auf dem ersten Blick sieht er etwas sperrig aus. Das liegt daran, dass der Lenker vom Rad abgenommen und als Bügelschloss genutzt werden kann. Das nenne ich mal clever gedacht, da so das Mehrgewicht eines Schlosses komplett weg fällt. Viel besser noch: Selbst wenn jemand die Bügel aufbrechen würde hätte er keinen Lenker mehr um mit dem Rad weg zu radeln. Zwei Klappen mit einer Fliege geschlagen, sozusagen.

Der Lenker als Schloss  (Bild: Oregon Manifest /The Bike Design Project/TEAGUE + Sizemore Bicycle)

Der Lenker als Schloss (Bild: Oregon Manifest /The Bike Design Project/TEAGUE + Sizemore Bicycle)

Die Steuerelektronik und die Bremshebel sind übrigens im Vorbau montiert und nicht am Lenker. So ist sicher gestellt, dass der Lenker auch wirklich schnell zum Schloss umfunktioniert werden kann. Es ist anscheinend nicht mal notwendig, den Lenker komplett vom Vorbau zu trennen. Man kann auch einfach eine Seite des Lenkers abnehmen und das Rad dann mittels Lenker anschließen. Hoffen wir mal, dass die Aufnahme für den Lenker am Vorbau stabil genug ist.

Ihr seht schon, von dem Lenkerkonzept bin ich so begeistert, dass die ein, zwei Fragezeichen, die das Danny bei mir aufwirft nicht so sehr ins Gewicht fallen. Wer es ähnlich sieht kann gerne für das Danny voten.

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