Einmal Geordi La Forge sein – die Avegant Glyph VR-Brille

Wirft das Licht direkt auf die Netzhaut - die Avegant Glyph (Bild: © Avegant)

Wirft das Licht direkt auf die Netzhaut – die Avegant Glyph
(Bild: © Avegant)

In einem Geek-affinen Blog einen Artikel mit einem Star Trek-Bezug einzuleiten ist ja immer eine feine Sache. Mit der Avegant Glyph 3D-Brille habe wir da doch gleich eine schöne Möglichkeit gefunden. Wer erinnert sich nicht an Geordi La Forge und seinen Visor. Gut, für mich war Geordi immer ein zu großer Softi, aber sein Visor war cool. Ich glaube auch, dass es ein großer Fehler in den Filmen war, den Visor wegzulassen, auch wenn man da das erste Mal den Schauspieler richtig war nehmen konnte. Ich habe mich allerdings immer gefragt, warum Pille in den klassischen Filmen eine Leber mit einer Pille nachwachsen lassen konnte und in TNG Geordie mit so einer Brille rumlaufen musste. Aber vermutlich gab es dafür in irgendeiner Folge eine krude Erklärung und außerdem würde uns das jetzt komplett vom Thema abbringen.

Mitten ins Auge

Meine Affinität zu VR-Equipment sollte fleißigen Bloglesern ja schon aufgefallen sein. Da muss ich die Glyph von Avegant natürlich ansprechen. Bei der Glyph handelt es sich um eine Virtual Reality-Brille. 3D-Brillen sind jetzt nicht so neu und ich habe ja auch schon unterschiedliche technische Ansätze im Blog betrachtet. Was macht die Glyph also anders? Die meisten Systeme, wie z.B. Oculus Rift arbeiten mit Display, auf die das Auge schaut. Je nach System liegen zwischen Display und Auge auch noch Linsen um den geringen Abstand zum Auge auszugleichen. Die Augen schauen also immer auf eine beleuchtete Fläche. Die Glyph arbeitet genau anders herum. Ein Array von Mircospiegeln projiziert  das Bild direkt auf die Netzhaut. Avegant nennt das Ganze übrigens Virtual Retinal Display, da die Projektion direkt auf die Retina stattfindet. Die Verwendung des Begriffs Retina ist hier für meinen Geschmack deutlich passender als bei Apple.

Keine Angst, es wird jetzt nicht der Inhalt des Bildes mit einem Laser in die Netzhaut gebrannt. Zum Einsatz kommen übliche LEDs. Kann man sich ein bisschen wie einen DLP-Beamer vorstellen, nur mit viel weniger Leistung.

Technisch gesehen hat die Glyph keine Pixel. Die Auflösung soll sich laut roadtovr.com aber übertragen etwa bei 1280×800 Pixel bewegen. Videos, die die Jungs sich mit dem Prototypen angeschaut haben sollen aber eher nach 1080p aussehen. Klingt vielversprechend.

Laut Avegant liegt der Vorteil in der Projektion darin, dass das Bild viel schärfer und natürlicher wirkt. Außerdem sollen sich weniger Ermüdungserscheinungen einstellen. Wer schon mal eine VR-Brille etwas länger vor den Augen hatte wird wissen, was ich meine. Eine Anpassung an Fehlsichtigkeiten solle sehr umfangreich möglich sein. Eine Brille kann und muss unter der Glyph nicht getragen werden.

Das Gesichtsfeld (Field of view) wird momentan mit 45 Grad angegeben. Wirklich viel ist das noch nicht. Auch hier ist man noch ziemlich weit von den 110 Grad der Oculus Rift entfernt. Die Immersion wird sich also in Grenzen halten. An einem größeren Field of view wird gewerkelt, ob das aber ins finale Produkt mit einfließen wird ist noch offen.

Schönes Ding

Auch in schwarz geplant. (Bild: © Avegant)

Auch in schwarz geplant.
(Bild: © Avegant)

Um die Anspielung auf Star Trek im Einstieg zu rechtfertigen schauen wir uns noch mal das Design an. Endlich hat es mal eine Firma geschafft, einen begabten Produktdesigner ans Werk zu lassen. Es sieht aus wie eine Mischung aus Gerodi La Forges Visor und Prinzessin Leias Schneckenfrisur. Nein, kleiner Spaß. Das Design gefällt mir. Der Bügel mit den Projektoren sitzt an zwei Kopfhörer-Muscheln. Nutzt man die Brille klappt man den Bügel runter vor die Augen. Selbiger ist aber auch genauso schnell wieder hochgeklappt, so dass eine kurze Unterbrechung auch nur eine kurze Unterbrechung bleibt. Systeme, die mit Gummiband am Kopf befestigt sind lassen sich da nur um einiges umständlicher abnehmen und aufsetzen.

Weiterer Vorteil der Konstruktion ist, dass man das Teil auch als reinen Kopfhörer nutzen kann. Allerdings befürchte ich, dass die Glyph rein audiophil nicht mit Kopfhörern der Preisklasse um 500 Euro mithalten können wird. In selbiger wird ihr Preis nämlich angesiedelt sein.

Angesteuert wird die Glyph momentan via HDMI-Kabel. In wie weit das noch wegoptimiert werden kann muss sich noch zeigen. Mit Strom wird das Teil nämlich via Akku versorgt. Der soll momentan für 2 bis 3 Stunden Saft liefern. Da wäre ein komplett kabelloser Betrieb natürlich eine feine Sache. Eine komplette Ausstattung mit den üblichen Trackingssensoren darf natürlich auch nicht fehlen.

Avegant plant der Start einer Kickstarterkampagne zum 22. Januar. Die Early Birds wird es dann wohl ab 499 $ geben. Ein Preis, der sich durchaus mit den anderen Systemen messen lassen kann.

Ich glaube, dass die Glyph ein sehr spannendes Produkt wird. Schade, dass man nicht vorab mal einen Blick drauf werfen kann, zumindest nicht, wenn man sich nicht in den Flieger setzt und die nächste CES besucht.

 

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