Autor: Oliver Thiele

Schneckenschutzwall – ich bau mir ein Hochbeet

Ein Hochbeet macht das Pflanzen leichter (Bild: O. Thiele)
Schutz vor Schnecke – ein Hochbeet macht das Leben leichter (Bild: O. Thiele)

Was tun, wenn das Gemüse Opfer gefräßiger Schnecken wird? Einfach, wir bauen uns ein Hochbeet. Ja, ich weiß. Bauanleitungen gibt es wie Sand am Meer. Aber eine mehr kann da ja auch nicht schaden. Im Grund will ich nur zeigen, wie simpel die Geschichte ist.

Als erstes klären wir mal kurz, wozu so ein Hochbeet gut ist. Das ist im Grund schnell runtergebrochen. Zum einen muss man sich beim bestellen, jäten und ernten nicht mehr so tief bücken und zum anderen ist es in einem Hochbeet einfacher, gefräßigen Schnecken Einhalt zu bieten. Und wenn man sich minimal Gedanken macht kann die Geschichte auch noch ganz chic aussehen. Was will man mehr. ... weiter lesen

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Quatsch der Woche – Chordelia Guitar Machine

Ah, endlich mal wieder ein Quatsch der Woche: die Chordelia Guitar Machine ist ein schönes Beispiel für ein Projekt, das auf den ersten Blick für so manchen ganz verlocken aussehen müsste, bei genauerem Hinsehen sich jedoch als ziemlich überflüssig erweisen dürfte.

Bei der Chordelia Guitar Machine handelt es sich um eine recht ausladende Mechanik, die es einem, dem Gitarre spielen unkundigen Mitmenschen ermöglichen soll, auch ohne die entsprechenden Fingerfertigkeiten Akkorde auf einer Gitarre zu greifen. Sechs Akkorde stehen zur Auswahl: A Moll, G, F, C, D und E Moll. Also eher für die gedrückte Stimmung.

Klingt natürlich wie ein Traum für jeden Singer/Songwriter (wie ich diesen Begriff hasse). Heißen ja schließlich nicht Singer/Gitarrist/Songrwriter (was es aber auch nicht schlimmer machen würde).

Chordelia Guitar Machine, das Mechanik-Wunder

So entpuppt sich die Chordelia Guitar Machine als ein Prachtbeispiel hölzlicher Feinmechanik. Über Seilzüge werden bei Betätigung eines Akkord-Hebels kleine Drücker in Gang gesetzt, die dann den Akkord greifen. Das sieht aus rein handwerklicher Sicht sehr beeindruckend aus.

Leider ist der Apparat dadurch sehr klobig geraten. Das bedingt dann auch, dass man mit angebauter Chordelia Guitar Machine die Gitarre in kein Case oder Gigbag mehr rein bekommt. Ich gehe auch mal davon aus, dass das Teil die Klampfe sehr Kopflastig machen wird.

Wie gut die im Video gezeigt Klemmung für den Hals ist, dürfte auch eine gute Frage sein. Wenn man hier zu fest zieht kann das durchaus Kerben in den Hals drücken. Aber wer so ein Gerät sich anschafft wird vermutlich eh kein hochwertiges Instrument besitzen.

Immerhin reden wir hier von einem rein mechanischen Gerät. Man muss sich also nicht mit Batterien und Motoren herumschlagen.

Lern-Hemmnis

Kommen wir zur großen Sinn-Frage. Warum sollte man sich so ein Teil anschaffen?

Den Gedanken „Ich kann nicht Gitarre spielen. Damit kann ich es ohne Aufwand.“ sollte man schnell beiseitelegen. Denn wer keine Gitarre spielen kann wird auch mit der Chordelia Guitar Machine nicht „out of the Box“ Musik fabrizieren. Die rechte Hand will nämlich auch trainiert werden, damit aus Rumgeschrammel erträgliche Klänge werden.

Die im Video gezeigten Musiker dürften allesamt des Gitarrenspiels kundig sein. Da ist kein Anfänger dabei. Und wenn man die rechte Hand nach ein paar Tagen gemeistert hat bleibt man dann auf der Stelle stehen. Man wird nie mehr als 6 Akkorde spielen können.

Ich gebe Euch einen Tipp. Nehmt die 250 Euro, die das Teil kostet. Schlagt das entweder auf das Geld drauf, dass ihr für eine Gitarre investieren wollt oder tragt es zu einem Gitarrenlehrer eurer Wahl. Die Akkorde sind auch für einen blutigen Anfänger in wenigen Tagen zu lernen.

Ich gehe jede Wette ein, dass jeder hier, der von heute bis zur geplanten Auslieferung im Januar 2018 täglich 10 Minuten sich mit seiner Gitarre beschäftigt, die sechs Akkorde so gut drauf hat, dass ihm der Gedanke an so einen Klopper am Hals nur noch ein mitleidiges Grinsen ist Gesicht zaubern wird.

 

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Live is live – GameShell, das modulare Retro-Handheld startet bei Kickstarter

GameShell, der modulare Emulator-Handeld kann jetzt bei Kickstarter geordert werden (Bild: kickstarter/ © clockwork)

Den GameShell habe ich Euch ja schon etwas ausführlicher vorgestellt. Nun ist endlich die Kickstarter-Kampagne für das kleine Handheld gestartet. Wer noch keinen Raspiboy sein eigen nennt oder lieber ein Emulator-Handheld im GameBoy-Format bevorzugt, kann nun gerne mal einen Blick drauf werfen.

Kurze Zusammenfassung für die Lesefaulen unter Euch: Beim GameShell handelt es sich um einen modularen Bausatz für ein Handheld, der mit einem Clockwork Pi läuft. Mit 512 MB, Wifi und eine Maili GPU ausgestattet sollten auf jeden Fall Emulatoren bis S-NES flüssig zum Laufen zu bekommen sein.

Das TFT-Display hat eine Diagonale von 2,7“ bei eine Auflösung von 320×240 Pixeln. Genug für die meisten älteren Konsolen bis 16 Bit.

Under the GameShell

Das komplette Gerät ist modular aufgebaut. Jede Platine steckt in ihrem eigenen Gehäuse. Die Boxen werden dann mit Kabelpeitschen verbrunden. Drum rum kommt eine Kiste im Design eines GameBoys, die alles zusammen hält.

Dieses Modulare Konzept soll allerdings fürs Erste eher der einfachen Montage denn der Erweiterbarkeit dienen. Nichts desto trotz sind Bastler natürlich eingeladen, sich an dem GameShell auszutoben.

Ein weiterer Vorteil der Konstruktion ist, dass man hier im Gegensatz zum Raspiboy sehr schnell an die Micro-SD-Card kommt, auf der das OS abgelegt wird. So kann man denn schnell zwischen einem RaspibianOS, clockwork OS oder Ubuntu wechseln. Bei Raspiboy muss man dafür den kompletten Handhelt auseinander bauen und danach wieder zusammen fummeln. Das macht man nur einmal.

Ein bisschen Bastelarbeit muss noch geleistet werden. (Bild: kickstarter/ © clockwork)

Butter bei die Fische

Für den Super Early Bird in grau werden 89$ verlangt. Dafür bekommt man dann auch einen GameShell, eine SD-Card mit OS und ein paar Spielen, ein T-Shirt und ein paar Aufkleber. Will man bunte Gehäuse haben muss man einen 10er mehr auf den Tisch legen. Ich persönlich hätte an Stelle der Initiatoren das T-Shirt eher weggelassen. Wenn nicht jeder die gleiche Größe bekommen sollte macht das die Logistik doch deutlich komplexer.

Wenn die Super Early Birds weg sind steigt der Preis um 20$. Alle Preise verstehen sich wie immer übrigens plus Versand, Zoll und Steuern.

Sollte die Verarbeitung des GameShell stimmen ist der Preis jedoch auch noch ok.

Solange Doom läuft ist die Welt doch in Ordnung. (Bild: kickstarter/ © clockwork)

Aussichten

Kommen wir am Ende mal wieder zu der schönen Bewertung, was wir von dem Projekt zu erwarten haben. Die Prototypen sehen schon mal sehr gut aus. Sollten die Macher auch wirklich schon, wie laut Timeline verkündet, mit der Vorbereitung für die Produktion durch sein, ist eine erfolgreiche Umsetzung des Projektes durchaus möglich.

Ob der April 2018 zu halten ist? Wie immer eine sehr gute Frage. Immerhin stehen in China zum chinesischen Neujahrsfest die Fabriken gut drei Wochen still. Wenn man sich das Entwickler-Team so anschaut vermute ich aber, dass denen das durchaus bewusst sein dürfte.

Das einzige, wirklich große Fragezeichen bei der Geschichte ist wie immer die CE-Zertifizierung. Wenn hier wieder geschlampt wird hat man viel Spaß beim Zoll. Mal schauen, was draus wird.

(Bild: kickstarter/ © clockwork)

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Custom made – eine E-Gitarre bauen lassen | Die perfekte E-Gitarre Pt. 2

Mein Traum einer perfekten E-Gitarre. Eine Mischung aus Parker Fly, Strandberg Boden und Zeta Mirror 6. Mal schauen, wie wir den Traum war werden lassen. (Bild: O. Thiele)

Nachdem ich in „Die perfekte E-Gitarre“ schon mal darüber nachsinniert habe, wie ich mir die perfekte E-Gitarre vorstelle, wollen wir heute mal schauen, wie sich so ein Wunderbrett realisieren lässt. Eine E-Gitarre bauen lassen dürfte hier wohl die einfachste Methode sein.

Nicht jeder hat sowohl Zeit, Platz und Fähigkeit, sich eine E-Gitarre selber bauen zu können. Wie so oft im Leben kommt man sicherer ins Ziel, wenn man das Fahren den Profis überlässt. Das gilt natürlich auch für den Gitarrenbau.

Die größten Fragen, die sich einem auf Anhieb stellen, wenn man sich eine E-Gitarre bauen lassen will, dürften wohl sein, wer das macht und was uns der Spaß kostet. Eins vorweg: Es wird nicht billig.

Wer suchet, der findet

Wenn man nicht zufälliger Weise schon einen Gitarrenbauer seines Vertrauens im örtlichen Musikshop sitzen hat dürfte Google wie so oft die erste Anlaufstelle für die Recherche sein. Einen Gitarrenbauer vor Ort finden ist generell eine gute Wahl. Man muss ihm ja nicht zwangsweise gleich mit einem Auftrag beglücken. Aber ein gutes Gespräch über die eigenen Wünsche und die Möglichkeiten helfen einen doch enorm, den richtigen Fokus für das zu finden, was man haben.

Womit wir gleich bei einem Hauptproblem beim E-Gitarre bauen lassen sind. Was will man wirklich haben? Bevor man sich da nicht ganz im Klaren ist wird es schwer, ein Preisschild dran zu hängen. Ja, es ist noch nicht einmal sicher, ob es überhaupt ein kompletter „Custom made“- Bau sein muss.

Wer nicht direkt auf vom Mainstream abweichende Korpusformen aus ist tut oft gut daran, einfach eine Gitarre von Stange zu nehmen und vom Gitarrenbauer seines Vertrauens dann nach den eigenen Wünschen modifizieren zu lassen.

Ich habe ja nie so ganz verstanden, warum man sich eine Telecaster oder Les Paul nachbauen lassen muss. Wenn man aber so wie ich feststellt, dass es das, was man will so einfach nicht ansatzweise am Markt gibt…  Auf geht’s.

Arbeitsproben

Der Gitarrenbauer vor Ort hat neben dem persönlichen Gespräch noch einen deutlichen Mehrwert. Man kann sich vor Ort anschauen, wie und was er so gebaut hat und wozu er in der Lage ist. Mit etwas Glück kann man ein Stück des Meisters in die Hand nehmen und eine Runde die Finger über die Bünde fliegen lassen. Gefallen einem die Arbeitsproben vor Ort nicht würde ich weiter ziehen.

Kleiner Tipp: Solltet ihr ein gutes Gespräch geführt und die gewünschten Informationen bekommen haben wird der Gitarrenbauer sich sicherlich darüber freuen, wenn Ihr im vielleicht noch das eine oder andere Zubehör abkauft (so Ihr nicht gleich die ganze Gitarre in Auftrag gebt). Die Gesprächszeit soll sich ja für ihn rentieren und die wenigsten Gitarrenbauer sind Millionäre.

Und noch ein paar Tipps: Fragt vorher, ob der Gitarrenbauer Zeit für euch habt. Bereitet Euch vor indem ihr schon mal Ideen skizziert. Nehmt Zettel und Stift mit und notier die Ergebnisse des Gesprächs. Wer mehrere Gitarrenbauer in Reichweite hat sollte nicht nur einen abklappern.

Fragt auch, wie frei Ihr in der Gestaltung seid. Wenn es um 1:1-Nachbauten geht werden Euch viele Gitarrenbauer sagen, dass sie das aus Copyright-Gründen nicht machen werden. Ein weiteres, leidiges Thema ist die Kopfplatte. So mancher Gitarrenbauer sieht die gerne als Markenzeichen und lässt da nicht mit sich reden. Wenn die Euch dann nicht zu 100% gefällt… Finger weg. Wir reden hier über Investitionen im Bereich 3000 bis 4000 Euro. Gerne auch mehr. Da muss alles perfekt sein.

Um sich darüber klar zu werden, was man eigentlich haben will, nehme ich gerne fertige Designs als Ausgangsbasis und verändere dann mit Photoshop die Stellen, die mir nicht so ganz gefallen. Hier habe ich einer Montag Custom Guitars Oria mal Hörner aufgesetzt. (Bild: © Montag Custom Guitars)

Via Internet E-Gitarre bauen lassen

Nun hat nicht jeder das Glück, einen guten Gitarrenbauer vor Ort zu haben. So landen viele dann auch schnell im Internet. Auch hier tummeln sich mittlerweile recht viele kleine Hersteller, die eine große Bandbreite an Möglichkeiten anbieten.

Die richtige Auswahl treffen ist leider nicht sehr leicht, da hier oft die Websites eher altbacken daher kommen. Die wenigsten Gitarrenbauer sind halt auch Webdesigner. Wie es anders geht kann man perfekt am Beispiel von Montag Custom Guitars sehen.  Diese bis vor kurzem noch als „Montag & Walter Custom Guitars“ bekannt Gitarren-Schmiede zeigt mit ihrem Online-Konfigurator auf perfekte Art und Weise, wie man heutzutage im Netz sich dem Thema E-Gitarre bauen lassen nähern kann.

Ok, könnte auch daran liegen, dass der gute Frank Montag aus seiner Leidenschaft eine Berufung gemacht hat und eigentlich einen Bachelor of Arts im Bereich Multimedia|Virtual Reality-Design hat.

1000 Varianten

Der Online-Konfigurator lässt Euch Euer Trauminstrument bis ins kleinste Detail zusammenklicken. Der Clou hierbei ist, dass sämtliche Eingaben dann auch gleich zu sehen sind. Korpus-Form, Body-Holz, Griffbrett, Pickups… jede Änderung wird gleich sichtbar. Aber Vorsicht: Das bringt so viel Spaß, dass man da gerne eine Stunde rumprobieren kann.

Das einzige, was mir fehlt ist die Anzeige der Rückseite. Da man Body-Holz und Deckholz unterschiedlich wählen kann fehlt einem hier ein wenig das Gefühl dafür, wie die Gitarren dann von hinten und vielleicht von der Seite ausschaut. Auch für das Zusammenspiel des Hals-Holzes mit dem Body-Holz wird so nicht so ganz klar.

Da auch immer gleich der Preis mit aktualisiert wird weiß man auch jeder Zeit, wie lange man sein Sparschwein noch füllen muss, bevor man sich den Spaß leisten kann. Gutes Handwerk hat halt seinen (gerechtfertigten) Preis.

Aktuell kann man bei Montag Custom Guitars zwischen 6 Korpusformen wählen. Wobei es durchaus möglich ist, komplett eigene Ideen verwirklichen zu lassen. Existiert schon eine genau Vorstellung mit finaler Zeichnung halten sich hier die Mehrkosten sogar in zweistellige Grenzen. Wird die Korpus-Form mit Frank zusammen erst erarbeitet wird es natürlich teurer.

Aber auch hier gilt: 1:1 Kopien bekommt man auch bei Montag Custom Guitars nicht. Verständlich, dass man sich z.B. nicht mit der Rechtsabteilung von Fender anlegen möchte, weil man deren Kopfplatte kopiert hat. Aber wie oben schon erwähnt halte ich 1:1 Kopien eh für nicht sinnvoll.

Wer suchet, der findet

Will man sich über die Qualität eines via Internet vertreibenden Gitarrenbauers informieren ist mal wieder Google gefragt. Bevor Ihr auf den Bestellen-Button klickt würde ich immer nach Reviews über Instrumente aus der Schmiede suchen. Da sind dann neben Google auch Youtube, Facebook und Instagram gute Anlaufstellen.

Wer für nicht gerade geringe Summen sich ein Instrument bauen lässt tut dies oft der Welt gerne Kund. So sind über viele auch kleinere Hersteller Reviews zu finden.

Eine Kontaktaufnahme via Facebook kann auch nicht schaden. Wenn hier schnell und freundlich geantwortet wird ist das schon mal ein Hinweis, dass dies auch während des Baus so sein wird. Die gleiche Wellenlänge wird auch dem Endergebnis zuträglich sein. Klappt die Kommunikation schon beim ersten Anlauf nicht dürften die Chancen, dass man bei dem Projekt an wichtigen Stellen aneinander vorbei redet leider durchaus gegeben sein.

Oft kann man über Facebook auch schon gebaute Instrumente bewundern oder Bilder aus der Werkstatt betrachten. Das sollte einem ein Gefühl dafür ermöglichen, wie gut das Geld angelegt ist.

Ohne Moos nix los

Zum Schluss des zweiten Teils meiner „Die perfekte E-Gitarre“-Serie wollen wir noch mal einen Blick auf die finanziellen Aspekte werfen. Eine nach den eigenen Wünschen gebaute E-Gitarre ist leider kein Schnäppchen. Hier gilt dann auch wieder der alte Satz „You get what you pay for“.

Die meisten Preise, die mir unter die Nase gekommen sind, beliefen sich zwischen 2000 und 4000 Euro. Nach oben gibt es natürlich keine Grenzen. Nach unten schon. Und selbst bei den 2000 Euro ist man doch sehr eingeschränkt, was die Umsetzung der eigenen Wünsche angeht. Da kann man eigentlich auch schon fast wieder von der Stange kaufen.

Gezahlt wir meist in Raten. Ein beliebtes Zahlmodell ist ein Drittel Anzahlung, ein Drittel während des Baus und ein Drittel bei Fertigstellung. Hälfte/Hälfte ist auch zu finden. Was man in der Regel nicht bekommt ist Zahlung bei Lieferung. Da ist das Risiko, auf dem Instrument sitzen zu blieben, für den Gitarrenbauer einfach zu groß. Ganz davon abgesehen muss ja schon alleine für das Material ganz schön in die Tasche gegriffen werden. Das vorzustrecken ist für einen kleinen Betrieb schlichtweg unmöglich.

So gesehen solltet Ihr Euch auf jeden Fall vorab darüber mit dem Hersteller eurer Wahl darüber unterhalten, was passiert, wenn ihr hinterher etwas zu bemängeln habt.

Wem das alles zu Riskant ist muss sich auf Teil 3 meiner Serie gedulden. Dann schauen wir uns mal etwas genauer an, in wie weit man vielleicht selber zu Säge und Fräse greifen kann um sich die perfekte E-Gitarre bauen zu können.

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Fly like a fish – manta5 Hydrofoiler XE-1 Wasserfahrrad

Endlich über das Wasser fliegen… per Pedalkraft mit dem Hydrofoiler XE-1 (Bild: © manta5)

Endlich kann man seine Vorliebe für Rad- und Wassersport kombinieren. Das manta5 Hydrofoiler XE-1 Wasser-E-Bike macht es möglich. E-Bike im Wasser? Gibt’s nicht… noch nicht.

Was manta5  sich da ausgedacht hat haut einen echt um. Wer sich die Videos anschaut und keine Lust bekommt, gleich aufzusteigen, muss schon ein sehr großer Bewegungs-Nihilist sein. Das sieht so mitreißend aus, dass man am liebsten gleich auf das Hydrofoiler XE-1 Wasserfahrrad draufspringen möchte. Ganz egal, welche Wassertemperatur gerade herrscht.

Gerade als Hamburger ist man ja doch sehr Wasser-affin. Egal ob als Regen von oben (bzw. je nach Wind von der Seite), als Fleet und Kanal von unten oder Alsterwasser im Glas: ohne Wasser geht es hier nun mal nicht. Und wenn man mal die Stadt mit den meisten Brücken in Europa maritim erkunden will wäre der Hydrofoiler XE-1 das perfekte Werkzeug.

Hydrofoiler XE-1, das Tragflügel-Rad

Doch wie bekommt man nun ein E-Bike ins Wasser und sogar so flott, dass man damit alle Kanus und Kajaks versägen kann? Ganz einfach (naja, sowas in der Art). Das von Tragflächenbooten bekannte Prizip der Hydrofoils wird hier mit der Technik aus E-Bikes verknüpft.

Per Pedes und 400 Watt-E-Motor wird eine Schraube angetrieben, die dem Hydrofoiler XE-1 genügend Geschwindigkeit verleiht, damit die drei Tragflügel das Bike aus dem Wasser heben. Wenn man bedenkt, dass ein straßenzugelassenes Ped-Elec (ohne Versicherungskennzeichen) maximal 250 Watt Unterstützung anbieten darf, kann schon erahnen, was da an Power hinter steckt.

Interessanter Weise haben mir die Leute von manta5 übrigens versichert, dass man den Hydrofoiler XE-1 auch ohne elektrische Unterstützung über Wasser halten können soll. Eine gewisse Fitness ist da natürlich zwingend nötig. Dieser Umstand könnte sogar dazu führen, dass man die Teile sogar möglicher Weise legal auf den Hamburger Gewässern einsetzen könnte. Motor betriebene Wasserfahrzeuge (auch Elektromotoren) sind hier nämlich leider genehmigungspflichtig.

Sieht auch ausserhalb des Wassers schnittig aus. (Bild: © manta5)

Wet, wet wet

Damit man die clevere Konstruktion auch zum Wasser bringen kann, wenn man es nicht gerade vor der Haustür hat, kann man den Hydrofoiler XE-1 zerlegen. Mit fertig montierten Hydrofoils wäre sonst vermutlich eher ein Pickup notwendig. Etwas größer als ein Smart sollte das entsprechende Transportmittel aber schon sein.

Spannend dürfte sein, in wie weit man das Fahren mit dem Wasser-E-Bike erst noch erlernen muss. Ich kann mir vorstellen, dass wenn man erst mal in Fahrt ist, der Ritt nicht so komplex sein dürfte. Die eine oder andere Notwasserung beim Aufstieg sollte man am Anfang jedoch schon einkalkulieren. Es dürfte nicht von ungefähr kommen, dass in den Bildern und Videos die Jungs Neoprenanzüge anhaben. Mit dem Ballkleid wird das wohl nichts.

(Bild: © manta5)

Abwarten und Tee trinken

In Anbetracht der Tatsache, dass der  Hydrofoiler XE-1 ausreichen in Action gezeigt wird und sogar schon einen Gold-Award bei den  2017 Best Design Awards bekommen hat scheinen die Macher von manta5 hier schon recht weit in der Entwicklung zu sein.

Preis und Lieferdatum stehen aber leider noch nicht fest. Das wird erst am 10. November Kund getan. Ein wenig müssen wir uns also noch gedulden. Auf Grund der Carbon-Konstruktion und den verwandten Komponenten würde ich aber nicht mit einem Schnäppchen rechnen.

Da der Hydrofoiler XE-1  in Neuseeland entwickelt wurde stellt sich natürlich auch die Frage, ob auch ein Shipping nach Europa angeboten wird. Wer aber Interesse hat kann sich schon mal in die obligatorische Mailing-Liste eintragen.

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eVscope Teleskop – Ich seh den Sternenhimmel

Toller Sternenhimmel auch bei starker Lichtverschmutzung – eVscope (Bild: kickstarter / © UNISTELLAR)

Dank dem eVscope Teleskop sollen jetzt auch die Großstadtkinder in den Genuss eines opulenten Sternenhimmels kommen… trotz der ganzen Lichverschmutzung. Ob das funktioniert? Es gibt ja nicht umsonst mittlerweile Regionen, die sich auf Grund geringer Lichtemissionen Nachts zum Sternenpark ausgerufen haben. Hamburg gehört eindeutig nicht dazu.

Umso cooler wäre es da natürlich, wenn man mit dem Teleskop einfach schnell auf den Spielplatz neben an gehen und dem Nachwuchs die Pracht der Milchstraße nahbringen könnte. So ein ordentlicher Sternenhimmel ist ja nicht nur was für den geneigten Geek.

Ok, in Hamburg scheitert das leider oft schon am Wolkenhimmel, aber trotzdem wäre hier ein Teleskop, dass sich gegen tausende von Straßenlaternen behaupten kann, grandios.

Ab ins Digita mit dem eVscope Teleskop

Das eVscope Teleskop verspricht genau das Problem gelöst zu haben. Doch wie geht es dabei vor? Von der Grundkonstruktion her ist es ein Spiegelteleskop mit 11,45cm (4,5 Inch) Spiegeldurchmesser, 50/100/150-facher Vergrößerung und 450mm Brennweite. Das an sich ist jetzt aber eher Standardkost im Hobby-Astronomen-Bereich.

Die hohe Lichtausbeute erreicht das eVscope mit einem Trick, den vermutlich so mancher Backer im Überschwang der Begeisterung übersehen wird. Das aufgefangene Licht wandert nicht über ein Okular ins Auge des Betrachters. Vielmehr wird das Licht direkt auf einen extrem Licht-empfindlichen und rauscharmen 1/3″ CMOS-Sensor geworfen. Hierbei handelt es sich um einen Sony imx224, der mit 1.2 MP eine Auflösung von 1280×960 Pixel schafft.

Somit ist im eVscope dann auch kein analoges Okular verbaut. Vielmehr wir an Stelle des Okulars ein Micro-OLED eingesetzt. Das sollte sich jeder vor seinem Pledge bewusst sein. Man schaut also nicht direkt in die Sterne sondern nur auf ein kleines Display. Wie hoch das Display auflöst wird nicht erwähnt. Ich würde aber mal vermuten, dass die Auflösung vergleichbar mit der Sensor-Auflösung des CMOS sein dürfte.

Der Lichstrahl wird auf den CMSO geschickt, nicht in das Okular (Bild: kickstarter / © UNISTELLAR)

Weißt du wieviel Sternlein stehen…

Wer sich also von dem Okular-Display nicht abschrecken lässt, wird einen schönen, elektronisch erfassten Sternenhimmel zu Gesicht bekommen. Damit das möglichst komfortabel von statten geht, ist das Teleskop mit dem Smartphone koppelbar und mit diversen Sensoren und Motoren ausgestattet. Es kann also die gewünschten Objekte selber anfahren. Sehr komfortabel.

Für die Navigation nutzt das eVscope neben den eingebauten Sensoren übrigens auch eine Sternenkarten-Bibliothek, mit der es die aufgenommenen Konstellationen abgleicht. So kann dann wirklich jeder Mars, Saturn oder M87 finden.

Ein weiteres ,nettes Feature ist die Möglichkeit, sein eVscope remote Forschern zur Verfügung stellen zu können. eVscope ist in Kooperation mit SETI entwickelt worden. So wird professionellen Astronomen weltweit ermöglicht, bei entsprechender Freigabe auf die Teleskope zugreifen zu können. Ganz getreu dem Motto: „Viele Augen sehen mehr“. Eine wirklich schöne Idee.

(Bild: kickstarter / © UNISTELLAR)

Tut das Not?

Die große Frage ist nun, ob man das eVscope wirklich braucht. Man muss nämlich 1299$ für den Early Bird auf den Tisch legen. Wer schon ein vergleichbares Spiegel-Teleskop besitzt tut vielleicht besser daran, sich eine Okular-Kamera mit dem gleichen Sensor solo zu kaufen. Ist mit etwa 220 Euro dann doch deutlich billiger.

Die Systeme um den gewünschten Stern automatisch anfahren zu können gibt es ja nun auch schon länger und der ambitionierte Astronom dürfte damit vermutlich schon eingedeckt sein.

So gesehen richtet sich das eVscope wohl eher an den gut betuchten Neueinsteiger mit etwas Geduld. Auslieferung ist erst für November 2018 geplant. Das spricht jetzt allerdings eher für die Initiatoren. Wir haben es hier mit einem doch recht komplexen Produkt zu tun und somit wäre eine kurze Lieferzeit vermutlich eher unrealistisch.

Ob die Bildqualität des elektronischen Okular ausreicht lässt sich jetzt freilich noch nicht beurteilen. Der Backer SpicyLobster hat jedenfalls im Kommentarbereich wohl schon in San Franzisco einen Blick durch einen Prototypen werfen können und war ganz angetan.  „I saw a demo of the product in SF last night and it was amazing. Even in our crazy light polluted city,“

Klingt doch nicht schlecht.

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Everysight Raptor AR Smartglasses – mit alles und scharf, bitte!

Projektion direkt auf das Brillenglas – Everysight Raptor AR Smartglasses (Bild: © 2017 Everysight LTD)

Kaum nörgelt man, dass das Thema Smartglasses irgendwie tot ist, schon wagt sich nach der Zwim mit den Everysight Raptor AR Smartglasses ein weiterer, neuer Kandidat ans Tageslicht.

Wie nicht anders zu erwarten stehen auch bei den Everysight Raptor AR Smartglasses mal wieder die Sportler im Fokus und genau wie bei Recon Jet & Co. dürfen sich die Rennrad-Fahrer mal wieder darüber freuen, bedacht zu werden.

Da lohnt sich doch schon mal ein etwas genauerer Blick, auch wenn man noch keine Bestellung oder Unterstützung bei einer Crowdfundingkampagne tätigen kann. Immerhin kann man sich schon in die obligatorische Mailing-Liste eintragen, damit man dann zum geplanten Start am 15.11.17 gleich mit an Bord sein kann.

Bevor wir uns aber genauer mit den Bestell-Modalitäten befassen werfen wir erst mal einen Blick auf die technischen Details

 Everysight Raptor AR Smartglasses im Detail

Der größte Unterschied zu den bereits am Markt erhältlichen Sport-Smart Glasses dürfte die Methode der Datenprojektion sein. Während die bereits bekannten Kandidaten die Informationen über ein kleines, seitlich sitzendes Prisma auf ein Auge einspiegelt, sitzt bei den Everysight Raptor AR Smartglasses der Projektor im oberen Rand der Brille. Von dort wird das Bild mit einer WVGA+-Auflösung auf das leicht schräg gestellte Brillenglas geworfen.

Ich hasse übrigens diese blöden Abkürzungen für Auflösungen. Da kann höchsten 1% der Menschheit etwas mit anfangen. WVGA ist irgendwas zwischen 768×480 und 854×480 Pixel. Genauer lässt sich das leider so auf die Schnelle nicht bestimmen.

Aber davon mal abgesehen hat diese Art der Projektion den Vorteil, dass via Smartphone-App die Position des abgebildeten Displays auf dem Glas noch nachjustieren kann. Das ist bei den Prismen-Varianten nicht so einfach. In wie weit jetzt beide Augen ihr eigenes Display abgebildet bekommen oder wieder nur ein Auge bedacht wird habe ich der Projektbeschreibung leider nicht entnehmen können.

Durch die Projektion auf das Brillenglas muss dieses recht schräg stehen. Wie das am Mann von der Seite wohl aussehen wird? (Bild: © 2017 Everysight LTD)

Hans Dampf in allen Gassen

Mit einem Qualcomm® Snapdragon™ 410E (1.2GHz Quad-Core ARM Cortex-A53) schwingen sich die Everysight Raptor AR Smartglasses in die höheren Sphären der Featuritis auf.

Neben eingebauten Lautsprechern zum Musik hören (ob das besser als Knochenschall-Übertragung ist kann ich jetzt auch nicht beurteilen) besitzen die Everysight Raptor AR Smartglasses auch noch eine 13,2 MP Kamera, Beschleunigungssensoren, Barometer, Kompass, GPS, Glonass, ANT+ Bluetooth , Wifi, Touchpad usw. usf.

Mit 2GB SD-Ram und 16/32 GB internen Speicherplatz wird der eingebauten Kamera Rechnung getragen.

Bei knappen 100 g sind die Everysight Raptor AR Smartglasses kein Leichtgewicht. Leichter dürfte sie bei versprochenen maximalen 8 Stunden Laufzeit wohl auch kaum zu realisieren sein. In der Realität würde ich mit eher weniger Durchhaltevermögen rechnen.

Selbst Navigation soll sie beherrschen. Android und GPS sei Dank (Bild: © 2017 Everysight LTD)

Alter Hut

Die Daten klingen unter dem Strich eher nach einem Smartphone. So wundert es auch nicht, dass die Geschichte mit Android läuft. Was ich allerdings nicht nachvollziehen kann ist, dass man hier mit  Android 5.1.1 Lollipop ein deutlich veraltetes System einsetzen möchte. Da schrillen bei mir etwas die Alarmglocken, da bei solch alten System es mit der Versorgung bezüglich Sicherheitsupdates doch sehr mau aussieht.

Ich vermute mal, dass Eyerysight hier irgendwelche Standard-Geschichten in China einkauft und dann lediglich customized. Mit solchen Geschichten habe ich bei ein, zwei Gerätschaften schon eher schlechte Erfahrung gemacht. Hoffen wir mal, dass Eyerysight das besser im Griff hat oder vielleicht zum Start das System doch noch etwas aktueller gestaltet.

Wen das nicht schreckt kann sich, wie oben schon erwähnt, in eine Mailingliste eintragen. So ich es richtig verstanden habe wird die SmartGlass nämlich über ein Einladungs-System vertrieben. Frei nach dem Motto, wer oben in der Liste steht darf zuerst zuschlagen.

So ganz Glücklich bin ich mit solchen Systemen nicht. Wer fleißig für das Produkt wirbt wandert weiter nach oben in der List. Ich würde da nur dran teilnehmen, wenn die auch gleich das Produkt versenden. Crowdfunding an sich ist ja schon riskant. Wenn man das jedoch ohne Plattform á la Kickstarter macht wird das ganze zum intransparentem Glücksspiel. Da muss man sich dann schon fragen, ob man statt 500$ (16GB Vorbesteller)/550$ (32GB Vorbesteller) nicht doch lieber die später geltenden Preise von 650$ / 700$ investieren möchte und abwartet, ob das Produkt denn auch die Kunden erreicht.

Naja, warten wir den 15.11.17 ab, was uns dann final geboten wird.

Macht zumindest von vorne eiVon der Seite gibt es leider keine Bilder. (Bild: © 2017 Everysight LTD)

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Die Module spielen verrückt – GameShell, der modulare Retro-Handheld

Gameboy in modularerer Bauweise – GameShell (Bild: © ogadget.com)

Mit dem GameShell kommt jetzt nach dem mittlerweile erfolgreich ausgelieferten Raspiboy endlich mal wieder eine weitere interessante Variante eines Emulator-fähigen Handhelds auf den Markt. Ja ja, mein Raspiboy-Review steht noch aus. Aber das soll uns nicht daran hindern, schon mal einen Blick in die nahe Zukunft schweifen zu lassen.

Jetzt kann man sich natürlich fragen, warum man einen zweiten Vertreter des Genres braucht. Die Antwort ist einfach. Auch wenn der Raspiboy vieles richtig macht, ist da doch noch etwas Luft nach oben.

Jeder Retro-Game-Fan wird eine gute Game-Konsole für die Handtasche zu schätzen wissen. Wenn das auch noch ohne allzu großes Gebastel möglich ist… umso besser. Hier kommt das Konzept des GameShell ins Spiel.

GameShell, wechsle dich

Muss man beim Raspiboy noch in einem gewissen Umfang mit dem Schraubendreher, Steckern und nervig zu platzierenden Schulterbuttons beim Zusammenbau kämpfen sieht es beim GameShell doch deutlich simpler aus.

Die Grund-Idee des GameShell ist, dass jede Komponente in einem eigenen Case daher kommt. Das Display hat sein Case, der Controller hat sein Case, Akku, Prozessor… alles modular. Das macht den Zusammenbau natürlich einfacher. Die zusammengesetzten Boxen werden dann in einem, an einen klassischen Gameboy erinnernden, Case zusammengefügt.

Interessant wäre das modulare Konzept natürlich auch für z.B. unterschiedliche Eingabe-Varianten. Das ist zum Anfang leider noch nicht geplant. Aber immerhin sollen Bastler die Möglichkeit bekommen, den GameShell auf 15 verschiedenen Variationen zu kombinieren. Wie das genauer aussieht werden wir aber wohl erst in der Kampagne erfahren.

Genau so wenig ist zum jetzigen Zeitpunkt zu erfahren, wie die Kommunikation der einzelnen Module untereinander von statten geht. Auch da müssen wir uns wohl noch etwas gedulden.

(Bild: © ogadget.com)

Den Takt angeben

Die inneren Werte des GameShell lauten wie folgt:

  • CPU: Samsung S3C2451@533MHz
  • 512 MB Speicher
  • Mali GPU
  • Wi-Fi
  • Arduino kompatibles und programmierbares Game Keypad Modul
  • QVGA (320*240 pixels) 18-BIT RGB Display
  • Linux

Das klingt alles schon mal ganz cool. Laut den Entwicklern soll der verwendete Prozessor in etwa vergleichbare Geschwindigkeiten wie die aktuellen Raspberry Pis haben. Da ich so auf die Schnelle keine vergleichbaren Benchmarks der CPUs gefunden haben müssen wir die Aussage mal so hin nehmen.

Immerhin wird mit Gameboy, NES, S-NES und „anderen“ Emulatoren geworben, so das man mal davon ausgehen kann, dass die wichtigsten Retro-Systeme auf dem Teil laufen werden. Spannend wird es dann, ob auch Neo Geo und N64 performant zu spielen sein werden.

Ob es wirklich wie ein guter, alter Plastikmodellbausatz daher kommt? (Bild: © ogadget.com)

Geduld, kleiner Grashüpfer

Wie nicht anders zu erwarten wird der GameShell über eine Kickstarter-Kampagne finanziert werden. Der Kampagnen-Start ist für den 14. November geplant. Wer den nicht versäumen möchte kann sich, wie nicht anders zu erwarten, schon mal vorab auf der oben verlinkten Site in eine Newsletterliste eintragen.

Für den geneigten Early Bird-Jäger kann es allerdings nicht schaden, an dem Tag selbstständig des Öfteren bei Kickstarter nachzuschauen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass solche Vorab-NL-Geschichten letztendlich doch immer erst ein paar Stunden nach dem Start der Kampagne versendet werden und je nach Andrang können dann die günstigsten Pledge-Varianten schon durch sein.

Weitere Aussagen zu Umsetzbarkeit und den zu erwartenden Verzug spare ich  mir mal für nach dem Start der Kampagne auf. Da fehlt mir aktuell noch die Informations-Basis. Ein Blick wert ist der GameShell aber auf jeden Fall.

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Winter is coming – Spontanes Igel-Haus für den Garten

Willkommen im Igelhotel. Ein Igel-Haus, schnell gebaut (Bild: miy.de/© O.Thiele)

Was macht man, wenn man einen Haufen Kinder im Garten beschäftigen muss und das letzte Retro-Game, das man gespielt hat, Sonic, the Hedgehog war? Richtig, man baut ein Igelhaus. Der nächste Winter kommt bestimmt und die kleinen Stacheltiere haben ja auch gerne ein stabiles Dach über dem Kopf.

Bauanleitungen gibt es im Netz zu Hauf. Für das spontane Projekt musste bei mir der Bauplan vom Nabu herhalten. Igelhotel mit separatem Schlafzimmer. Luxus pur und durch den abgetrennten Schlafbereich macht man es Katzen und Co. etwas schwerer an den Igel heran zu kommen. My home is my castle.

So ein Häuschen ist schnell gezimmert. Die Menge Holz hält sich in Grenzen. Erst recht, wenn wie bei mir noch vom Bau des Hochbeets so einiges an Holz übrig geblieben ist.

Mit der Handkreissäge arbeiten besser die Erwachsenen (Bild: miy.de/© O.Thiele).

Igel-Haus, mach’s Beste draus

Zuerst steht eine Inventur der eigenen Holzreste an. Soll das Igel-Haus mehr als einen Winter halten, ist zu empfehlen, etwas höherwertigeres Holz zu nutzen. Praktisch, wenn man noch etwas Sibirische Lärche und Siebdruck-Platten übrig hat.

Die benötigten Bretter sind gemäß der Anleitung schnell gesägt. Zum Markieren würde ich einen guten Winkel empfehlen. Geschnitten wird am leichtesten mit der Handkreissäge. Lediglich für den Eingang muss die Stichsäge herausgeholt werden.

Da wir hier nun nicht das CERN nachbauen, muss man sich nicht unbedingt millimetergenau an die Maße halten. Schaden kann es zwar nicht, Improvisieren ist aber erlaubt. Je nachdem, wie der Holzvorrat aussieht.

Mise en place (Bild: miy.de/© O.Thiele)

Schrauben schrauben

Nach dem Zuschnitt ist es schicklich, die Sägekanten glatt zu schleifen. Macht dem Igel zwar nicht viel aus, aber man will sich selber keinen Splitter in den Finger jagen. Wenn man das mit dem Schleifblock und nicht dem Bandschleifer macht ist das eine Arbeit, die auch gerne vom Nachwuchs erledigt werden kann.

Beim Zusammenschrauben ist, je nach Holzhärte und Dicke, Vorbohren zu empfehlen. Es sei denn, man findet Gefallen an ausgerissenen Schraublöchern. Auch hier ist der Igel an sich recht entspannt. Mietminderung wird er vermutlich nicht androhen.

Da ich dickes Holz verwendet habe, war eine Verschraubung des Daches nicht nötig. Es ist schwer genug, dass auch die geneigte Katze und der nächste Herbststurm es nicht runtergewuchtet bekommt. Zwei Führungshölzer, damit das Dach nicht verrutscht, sollten dann auf jeden Fall mit eingeplant werden.

Juchee, mit Séparée (Bild: miy.de/© O.Thiele)

Nachts sind alle Katzen Igelhäuser grau

Der größte Zeitfresser beim Bau dürfte die Bemalung sein. Hier hängt es wieder von der Holzwahl ab. Mit der Sibirischen Lärche und den Siebdruckplatten bin ich fein raus. Die Lärche muss nicht unbedingt gemalt werden. Sie ist sehr robust und graut lediglich mit der Zeit aus, wenn sie nicht bemalt wird.

Die Siebdruckplatten sind das Stabilste, was man in dem Bereich kaufen kann. Der altgediente Musiker weiß, warum aus dem Zeug die meisten Flight-Cases gebaut werden.

Die Dachleisten verschraubt am am einfachsten, in dem man das Haus umgekehrt auf das Dach legt und die Leisten dann positioniert. (Bild: miy.de/© O.Thiele)

All Hands on deck

Ist das Haus fertig muss der richtige Ort gefunden werden. Igel mögen es gerne ruhig und schattig. In einem Gebüsch oder einer Hecke fühlen sie sich am wohlsten.

Hat man das richtige Grundstück gefunden wird das Haus am besten auf zwei Dachlatten positioniert und gestellt. Von Außen können ein paar Blätter und Reisigzweige nicht schaden. Wenn die Wände des Igel-Haus nicht sehr dick sein sollten, ist jedes bisschen Isolierung von Vorteil.

Stellt das Haus am besten auch so, dass es bei Regen nicht in einer Pfütze steht. Nasse Füße mag ein Igel nicht. Wer es dem Igel ganz angenehm machen möchte sorgt dafür, dass der Untergrund aus Kies oder Sand besteht. Für das kleine Geschäft geht er nämlich nicht vor die Tür.

Zack, fertig ist die Laube (Bild: miy.de/© O.Thiele)

 

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An der nächsten Alge bitte links – Zwim, die smarte Schwimmbrille

Schwimmbrille mit Head-Up-Display – Zwim (Bild: kickstarter/ © Fisically Inc.)

Mit der Zwim gibt es endlich mal wieder ein Vertreter der Kategorie Smart Glasses über den ich berichten kann. Seit Google die Google Glas abgeschossen hat ist es um das Thema ja recht still geworden.

Immerhin gibt es aktuell ein paar Vertreter im Bereich Sport, die einen mit den nötigen Werten direkt ins Auge versorgen. Die Auswahl ist zwar nicht ganz so üppig, aber kann zumindest gekauft werden. Sowohl Recon Jet als auch die Varia Vision von Garmin zeigen, dass der Einsatz von Smart Glasses durchaus spannend sein kann.

Beide Systeme fokussieren sich jedoch primär auf die Radfahrer unter uns. Ok, Läufer können die auch nutzen. Radfahren, laufen… fehlt irgendwie noch schwimmen. Und da… tatatataaaaa… kommt die Zwim ins Spiel.

Abgetaucht mit der Zwim

Die Zwim soll die erste richtige Smart Goggle sein. Zwar gab es schon vorher ein paar Schwimmbrillen, die dem Freund des nassen Sportes Informationen einblenden wollten. Nur haben diese jedoch immer nur mit einfachen LEDs gearbeitet. Ein wirkliches Display wurde bis jetzt noch nicht verbaut.

Die Zwim arbeitet mit einem 16×9 WQVGA-Display (müssten 432 × 240 Pixeln entsprechen), welches über ein Prisma, wie bei den meisten Smart Glasses üblich, in den Sichtbereich gespiegelt wird.

Der Lithium-Ionen-Akku sollt hierbei für 4 Stunden Saft liefern. Wer den im Schwimmbecken leer bekommen möchte braucht also schon etwas Ausdauer.

Die Wasserdichtigkeit wird mit ATM3 also 30 Meter angegeben. Hier darf man jedoch nicht vergessen, dass das nicht gleich bedeutet, dass man mit der Zwim 30 Meter tief tauchen sollte. Man will sich ja im Wasser bewegen, was den Druck natürlich erhöht und die 30 Meter schnell zusammenschrumpfen lassen. Für den normalen Schwimmer sollte es aber reichen.

Zeigt eine Menge Daten an, kann aber leider kein GPS (Bild: kickstarter/ © Fisically Inc.)

Am Puls der Zeit

Das zweit, große Feature neben dem Display ist der eingebaute Pulssensor. Die meisten Systeme arbeiten unter Wasser ja eher suboptimal. Dadurch, dass ein optischer Sensor direkt an der Brille angebracht ist und durch das Kopf-Gummi fest an die Schläfe gedrückt wird soll die Abnahme deutlich besser funktionieren als bei der Konkurrenz. Kann ich jetzt aber wirklich nicht beurteilen.

Durch eingebaute Bewegungssensoren kann die Zwim sehr genau feststellen, wenn der Schwimmer im Becken eine Wende hinlegt. Das lästige Bahnen-Zählen sollte sich somit erübrigen.

Die Zwim kann diverse verschiedene Anzeigen aus den Bereiche Zeitnahme, Herzfrequenz, Entfernung und dergl. anzeigen. Und das Ganze, ohne sich ein Smartphone unter die Badekappe stecken zu müssen. Natürlich kann nach dem Work Out der komplette Datensatz zum Smartphone übertragen werden.

Der Vorteil gegenüber Sportuhren ist klar. Will man im Wasser eine Uhr ablesen muss man quasi anhalten. Mit der Zwim wird man dauernd auf dem Laufenden gehalten.

Was sie leider jedoch nicht beherrscht ist der Empfang von GPS-Signalen. Damit ist der Einsatzzweck der Zwim leider stark auf die Verwendung in Schwimmhallen festgelegt. Freiwasserschwimmer müssen sich mit den Herzfrequenzgeschichten begnügen. Schade eigentlich. Aber auch ohne GPS ist das Unterfangen, Zwim auf den Markt zu bringen nicht trivial.

Genauer Puls dank eingebautem Sensor (Bild: kickstarter/ © Fisically Inc.)

Geht Zwim baden?

Bei 279 € für den Super Early Bird ist Zwim sicherlich nichts für den Gelegenheitsschwimmer. Die üblichen Nebenkosten kommen ja noch oben drauf. In wie weit das Lieferdatum Mai 2018 realistisch ist kann ich, wie nicht anders zu erwarten, nicht wirklich verlässlich beantworten. Ich wäre jedoch eher skeptisch. Das Problem bei Zwim ist, dass die meisten Smart Glasses, die in den letzten Jahren an den Markt gegangen sind, mit sehr viel Verzug zu kämpfen hatten. Es handelt sich also um ein technisch recht komplexes Produkt.

Erschwerend hinzu kommt, dass das Ganze auch noch so wasserdicht sein muss, dass die Smart Glasses den Beanspruchungen des Schwimmens im Wasser (wo auch sonst) standhalten muss. Da haben die Entwickler sich echt was vorgenommen. Geht da etwas schief ist die Brille schnell Elektroschrott.

So gesehen würde ich erst mal abwarten, wie sich das Projekt weiterentwickelt. Vielleicht hat Ray Maker von DC Rainmaker ja vor Ende der Kampagne noch ein paar weitere Informationen. Wenn jemand hier eine gute Beurteilung abgeben kann, dann er.

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