Eine haben wir noch – die Atheer One 3D-Smart-Glass

Atheer Dev-Kit und Atheer One Smart Glasses (Bild: indiegogo/© Atheer)

Atheer Dev-Kit und Atheer One Smart Glasses (Bild: indiegogo/© Atheer)

Mal wieder ein weiterer Mitspieler auf dem Feld der Smart Glasses. Google Glass hat ja so einige Entwickler dazu motiviert, sich hier mal ein bisschen auszutoben. Die Atheer One, die man noch ein paar Tage bei indigogo unterstützen kann gibt sich dabei alle Mühe, sich vom Platzhirschen abzusetzen.

Fangen wir mit dem dicksten Ding an, dem Field of view. Google Glass liegt bei 12 Grad, Recon Jet schafft 14. Die Atheer kommt in zwei Versionen. Das Atheer Dev Kit soll es auf enorme 36 Grad schaffen. Damit kommt sie fast an die Blickwinkel von VR-Brillen ran, die für Videofilme optimiert sind. Die liegen nämlich oft bei etwa 45 Grad, damit der Träger ungefähr Mitte/Mitte im virtuellen Kino sitzt. Die Atheer One legt auf die 36 Grad des Dev Kits dann noch mal gehörig eine Schippe drauf. Die One soll doch auf sage und schreibe 65 Grad kommen. Damit würde sie so ziemlich alle Smart-Glasses und sehr viele VR-Brillen hinter sich lassen.  Ja, die Rift kommt auf 110 Grad, ich weiß. Aber die hat auch eine komplett andere Zielgruppe.

Auch die Auflösung der Atheer mit 1024 x 768 px ist höher als bei der Smart-Glasses und Augmented Reality-Brillen-Konkurrenz. Das klingt schon mal sehr spannend.

Das Dev Kit und die One unterscheiden sich erheblich. Ist im Dev Kit fast ein komplettes Android-Device mit Prozessor und allem Drum und Dran kommt die Atheer One ohne daher. Sie wird via Micro-USB-Kabel mit einem Smartphone gekoppelt und greift komplett auf dessen Rechenpower und Sensorik zurück. Das ist insofern clever weil es zum einen Strom spart und zum anderen das Gewicht mit angepeilten 70g in Grenzen hält. In wie weit das Kabel stört muss jeder für sich entscheiden. Ich persönlich könnte vermutlich damit leben, vorausgesetzt, dass das Kabel nicht zu starr ist. Kopfhörer haben meist ja auch ein Kabel.

Die nächste große Idee der Atheer ist das Bedienkonzept. Sie arbeitet nicht mit einem Touch-Panel sondern hat zwei Kameras eingebaut, die in der Lage sein sollen, die Hände zu tracken. Wenn man die Hände frei hat ist das sicherlich eine feine Sache. Die Alltagstauglichkeit steht und fällt hier mit der Implementierung.

Und noch ein Unterschied zu Glass-Konkurrenz tut sich auf. Im Gegensatz zur Glass und zur Recon Jet setzt die Atheer auf zwei Displays. Hierdurch ist auch eine dreidimensionale Darstellung möglich. Wenn man die transparenten Gläser der Atheer abdunkelt könnte man sie bei den Spezifikationen durchaus als VR-Brille nutzen. Das Head-Tracking müsste man sich dann allerdings extern dazu holen.

Ein ganz schön spannendes Teil, die Atheer One, auch, wenn man sich den Preis anschaut. Die Early Birds sind leider schon weg. Man muss also 450 $ auf den Tisch legen, wenn man sich traut. Werden die Versprechen gehalten ist das durchaus akzeptabel. Das Dev-Kit ist ein ganzes Stück teurer. Das liegt vor allem an der erweiterten Rechnerausstattung. Da diese aber auch vom Design her nicht wirklich alltagstauglich ist dürfte sie nur für Entwickler interessant sein. Wie der Name schon sagt.

Das Design der One sieht auf den Renderings ganz nett aus. Wie es später in Realität wirklich lässt sich noch nicht wirklich gut abschätzen.

Ob die Atheer One ein Must-Have ist kann ich nur schwerlich einschätzen. Der Field-of-View ist beeindrucken, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich den bei einer Smart-Glass haben möchte. Als Augmented Reality Device ist das sicherlich prima, allerdings befürchte ich, dass im täglichen Gebrauch es der Übersicht im Straßenverkehr eventuell abträglich sein könnte. Es hat schon so seinen Grund, warum Glass und Jet nicht direkt im Sichtfeld sitzen.

Der Field of view im Vergleich zur Konkurrenz (Bild: indiegogo/© Atheer)

Der Field of view im Vergleich zur Konkurrenz (Bild: indiegogo/© Atheer)

Man müsste es halt mal ausprobieren und da sehe ich gleich das nächste Problem. Mir macht die Geschichte noch nicht unbedingt den Eindruck, dass wir es hier mit einem Produkt zu tun haben, dass bereits darauf wartet in Produktion zu gehen. Bei der Präsentation ist mir noch zu viel Rendering und Photoshop/Premiere/Aftereffects im Spiel. Auch wenn die Auslieferung mit Dezember 2014 noch recht weit in der Zukunft liegt kann ich mir vorstellen, dass man da noch einiges an Zeit hinten dran hängen muss.

Wer sein Geld locker sitzen hat kann ja mal sein Glück versuchen. Bin gespannt, wie sich das Projekt weiter entwickelt.

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