Ab durch die Hecke – Hecken pflanzen für Anfänger

Ah, endlich mal wieder ein Garten-Artikel. Seit dem Schaukelaufbau im Juni waren zwar noch ein paar größere Projekte in der Pipeline, aber irgendwie muss man so einen Garten ja auch mal zur Erholung nutzen. Da kommt man dann nicht so ganz dazu, sein Jahressoll zu erfüllen. Neben der Schaukel waren dies Jahr noch die Sockelumrandung, das Legen einer Rasenkante um das Haus sowie die Errichtung eines Gartentors und das Pflanzen einer Hecke geplant.

Zumindest bei der Hecke kann ich jetzt Vollzug melden. Beim Tor gibt es auch berechtigte Hoffnungen. Aber zum Tor werde ich mich noch gesondert auslassen. Heute soll es kurz um die Hecke gehen.

Ein bisschen Wasser hat auch eine Hecke gerne (Bild: O.Thiele)

Ein bisschen Wasser hat auch eine Hecke gerne (Bild: O.Thiele)

Wir erinnern uns: bevor wir unsere Parzelle vor ziemlich genau 2 Jahren übernommen hatten bestand diese nur aus wilder Steppe. Wenige Jahre zuvor stand hier ein Behelfsheim das dann abgerissen wurde. Normalerweise sind in Kleingärten die Eingänge ja selten über einen Meter breit. Da gibt es bestimmt auch irgendwo einen Paragraphen für im Bundeskleingartengesetz (würde mich wundern, wenn nicht). Für Behelfsheime schein das aber wohl keine Anwendung gefunden zu haben… zumindest nicht in unserem Fall. So waren bei uns von etwa 12 Meter Grundstückbreite gut 6 bis 7 Meter zum Weg komplett offen. Hier stand nämlich früher die Einfahrt des Vorpächters… inklusive in die Einfahrt reinführendem Asphalt.

Für die Anlieferung der ganzen Muttererde war das natürlich sehr praktisch, weil die LKWs ihre Ladung einfach so abkippen konnten. Dass das sehr einladend für andere Leute war haben wir allerdings auch recht schnell erfahren. So wurde dann gleich am Anfang die eine oder andere Schubkarre mit Heckenschnitt bei uns entsorgt. Ein schnell mit dem Nachbar gezimmerter Holzlatten-Zaun schuf erste Abhilfe. Dieser wurde dann nach Rasenpflanzung durch einen Gitterdraht-Zaun abgelöst, der auch bis jetzt uns gute Dienste erwiesen hat. Der ist sogar stabiler, als ich gedacht habe. So hat er es ohne umzufallen verkraftet, dass irgendein Idiot uns eine Halterungsstange vom Zaun geklaut hat. Ist mir sogar vermutlich erst Wochen später aufgefallen, dass da einer fehlt.

Aber so ein Zaun ist natürlich zum einen sehr durchsichtig und zum anderen auch nicht ganz Regelkonform. Natürliches Grün sieht doch erheblich schöner aus. Da die Hecken zum Weg hin soweit ich verstanden habe Vereinseigentum sind haben wir dann die Hecke über den Verein kommen lassen. Und da Heckeverpflanzung im Sommer wohl der Hecke nicht so zuträglich ist  hat sich das dann natürlich auch wieder ein bisschen gezogen. Aber jetzt, Ende Oktober, war es dann soweit. 6 Meter Ovalblättriger Liguster fand den Weg auf unser Grundstück und wollte gepflanzt werden.

Ein letzter freier Blick auf den Weg (Bild: O.Thiele)

Ein letzter freier Blick auf den Weg (Bild: O.Thiele)

Meine Motivation hielt sich ein wenig in Grenzen. Das lag vor allem daran, dass ich mich noch zu gut an die Überraschungen erinnern kann, die ich bei den ganzen Grabaktionen auf dem Grundstück gefunden habe. Aber egal, wenn so eine Hecke erst mal dort ist muss sie in den Boden. Aufschieben gilt nicht.

Bevor man anfängt sollte man sich schon mal Spaten und Spitzhacke zurechtlegen. Außerdem sollten die Wurzeln der Hecke 1 bis 24 Stunde gewässert werden. Ausgetrocknete Wurzelteile soll man wohl entfernen. Dann kann es losgehen.

Der arme Rasen... aber die Hecke will ihren Platz (Bild: O.Thiele)

Der arme Rasen… aber die Hecke will ihren Platz (Bild: O.Thiele)

Als erstes hieß es bei mir, einen entsprechenden Streifen des Rasens zum Weg hin abzuschälen. Da kommen schon mal zwei Schubkarren zusammen. Mal schauen, was daraus wird. Aktuell ein Haufen neben dem Kompost. Die freigelegte Fläche zeigt dann auch schon ganz gut, wie die Hecke verlaufen wird. Auf Grund des herumgezogenen Asphalts kann diese nämlich nicht gerade verlaufen. Aber so ein leichter Schlenker in der Heckenführung sieht ja ganz kreativ aus. Der Verlauf wird dann auch gleich mit dem Spaten markiert. Ich habe dann einen Graben entsprechend der Spatenbreite ausgehoben. Zwar sagt man, dass der Aushub für eine Hecke etwa doppelt so breit und doppelt so tief wie die Wurzeln sein sollen, aber wenn man gleich mit der kompletten Breite anfängt fällt es einem schwerer die spätere Pflanzmitte einzuschätzen. Breiter und tiefer wird man dann im zweiten Durchgang.

So ganz ist dieser Plan wie zu erwarten bei mir natürlich aufgegangen. Die vermuteten Gesteinsmassen habe ich natürlich genau dort gefunden, wo ich sie erwartet hatte… dort wo ich graben wollte. So habe ich dann auch eine komplette, gehäufte Schubkarre voll alter Steinplatten und Ziegel aus dem Boden geholt. Immerhin nicht so schlimm wie beim Nachbar. Der hat nämlich zum gleichen Zeitpunkt etwa 10 bis 15 Meter Hecke bekommen um seine Grenze zu einem Stichweg dicht zu machen. Sein Aushub dürfte reichen um ein komplett neues Haus zu bauen.

Mit Spitzhacke und Spaten kommt man durch jeden Garten (Bild: O.Thiele)

Mit Spitzhacke und Spaten kommt man durch jeden Garten (Bild: O.Thiele)

Jedem, der eine Hecke in zweifelhaften Boden pflanzen will, rate ich wie oben erwähnt dazu einen guten Spaten bereit zu legen und auf jeden Fall eine Spitzhacke parat zu haben. Mit Spitzhacke bin ich doch recht gut durch den Schutt gekommen. Mit Spaten alleine hätte mich der Aushub vermutlich 2 bis 3 Stunden mehr Zeit und Nerven gekostet. Unter dem Strich sollte der Graben, den man für die Hecke aushebt, wie oben erwähnt wohl etwa doppelt so breit und doppelt so tief wie das Wurzelwerk der zu pflanzenden Hecke sein. So zumindest die Aussage diverser Ratgeber im Netz. Gesagt… getan.

Ist der Graben fertig ist es ratsam, den Aushub mit frischer Pflanzerde zu vermischen. Ein bisschen zusätzliche Nahrung für die neue Hecke kann nicht schaden. Erst recht nicht, wenn der Boden an sich schon von eher fragwürdiger Qualität ist. Hierfür habe ich die Pflanzerde in Säcken einfach auf den Aushub gelegt, die Säcke mit dem Spaten ausgeschlitzt und die Erde dann mit dem Aushub vermengt. Größere Steine sollte man natürlich vorher aussortieren.

4 oder 5 pro Meter? So irgend etwas dazwischen (Bild: O.Thiele)

4 oder 5 pro Meter? So irgend etwas dazwischen (Bild: O.Thiele)

Bezüglich der Pflanzdichte der Hecken habe ich leider mit unterschiedlichen Angaben zu kämpfen gehabt. Im Netz hieß es, dass man die Pflanzen mit etwa 30 cm Abstand pflanzen soll. Die Hecke kam jedoch in 5er Bündeln, von den ein ganzes Bündel für einen Meter reichen soll. 100 / 5 ergibt nun bekanntlich eher 20 und nicht 30. Naja, mit dem Millimetermaß kann man da eh nicht ran gehen und so habe ich mich wohl mehr oder weniger freiwillig irgendwo dazwischen eingependelt. Wird schon passen.

Nachdem man die Pflanzenwurzeln dann wieder mit der Erde bedeckt und leicht angetreten hat heiß es jetzt kräftig einschlämmen. Die ganzen Hohlräume um die Wurzeln müssen mit Erde gefüllt werden und das geht nun mal am besten mit Wasser. Durst haben die Hecken natürlich auch. Das sollte man nachdem alles Wasser versickert ist noch ein-, zweimal wiederholen. Sicher ist sicher. Ein kleiner Erdwall um die Stämme kann übrigens auch nicht schaden. So fließt das Wasser nicht irgendwo in den Garten ab sondern versickert dort, wo es hin soll.

Hecke steht. Jetzt kommt die Nachbereitung... (Bild: O.Thiele)

Hecke steht. Jetzt kommt die Nachbereitung… (Bild: O.Thiele)

Später soll man wohl auch noch gut dran tun, Rindenmulch zu streuen. Würde ich aber erst machen wenn abzusehen ist, dass durch das Einschlämmen nicht noch irgendwo Erde nachgekippt werden muss.

Am Schluss musste die frische Hecke in meinem Fall nach Anweisung des Gärtners noch um 1/3 gekürzt werden. Fertig.

Fertig? Nicht so ganz. Leider ist so eine frische Hecke ja dann doch noch etwas durchlässig. So habe ich den alten Zaun dann erst mal wieder aufgestellt. Zum einen kann der Wind die frische Hecke jetzt nur noch in eine Richtung wegdrücken (könnte man vielleicht auch noch mal ein Halte-Band spannen) und zum anderen nimmt der Zaun hoffentlich Hunden den Spaß durch das Grün in den Garten zu düsen. Bis jetzt hat‘s gehalten.

(Bild: O.Thiele)

Hau den Lukas… (Bild: O.Thiele)

Eigentlich fehlt jetzt nur noch das Tor. Das steht sogar schon im Schuppen und wartet darauf, einbetoniert zu werden. Aber das wird eine andere Geschichte.

Veröffentlicht in Allgemein, Garten Getagged mit: , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*