150 Grad? – Wearality Sky VR-Brillengestell

Klapp-Gestell mit Fresnel-Linsen - Wearality Sky (Bild: kickstarter/ © Wearality Corporation)

Klapp-Gestell mit Fresnel-Linsen – Wearality Sky (Bild: kickstarter/ © Wearality Corporation)

Die Immersion bei VR-Brillen hängt ja zu einem nicht geringen Teil von dem gebotenen Sichtfeld oder auch Field of view (Fov) ab. Zumindest wenn es um VR-Spiele geht. Aktuell ist da in der Regel bei 100 bis maximal 110 Grad Schluss. Oculus Rift schafft glaube ich aktuell 105 oder so.

Da horcht man natürlich auf, wenn jemand meint, bis auf 150 Grad zu kommen. Genau das behauptet nun Wearality mit dem Wearality Sky Brillengestell. Das Wearality Sky ist wie so oft ein weiterer Ansatz aus der Richtung Durovis Dive/Cardboard. Es handelt sich also um ein „nacktes“ Plastikgestell mit ein paar Linsen drin. In das Gestell setzt man dann sein Smartphone ein. Alle Berechnungen werden von selbigen durchgeführt. Für das Bewegungstracking sind alleine die Sensoren im Phone verantwortlich.

Vom Grunde her eine bewehrte Methode, die einen netten Einstieg in die VR-Welt ermöglicht, jedoch was Immersion angeht natürlich wegen der eingeschränkten Präzision der Smartphonsensoren nicht mit Geräte wie Oculus Rift, Sony Morpheus oder Androidsystemen mit externen Sensoren wie Samsung Galaxy Gear mithalten kann.

Im Gegensatz zu den üblichen Gestellen nutzt die Wearality Fresnel-Linsen. Optische Wirkweise sowie Vor und Nachteile lest ihr am besten bei Wikipedia nach. Man muss das Internet ja nicht zweimal erfinden.

Soweit, so gut. Es gibt nur zwei Dinge, die mich bei dem Teil etwas skeptisch machen. Zum einen ist das die offene Konstruktion. Die hat zwar den Vorteil, dass man noch recht viel von der Umgebung mitbekommt. Das kann aber auch schnell ein enormer Nachteil sein. Wer eine hohe Immersion will muss sich von externen optischen Einflüssen bestmöglich abschotten. Wenn dann das Licht von allen Seiten her reinsuppt hat man nur den halben Spaß.

Aber zum Spielen ist das Teil eh nicht geeignet. Und da wären wir auch schon beim zweiten Punkt. Dadurch, dass die Sky ohne Kopfhalterung konstruiert wurde, muss man sie sich mit den Händen immer vor das Gesicht halten. Bei Googles Cardboard konnte man auf Grund der starren Konstruktion sich ja noch recht einfach Bänder dran basteln. Bei der Sky ist das jedoch nicht möglich, da diese klappbar ist.

So sind dem VR-Genuss doch eindeutig Grenzen gesetzt. Nämlich die Grenzen, die einem die eigenen Arme aufweisen. Wer sich so ein Teil mehr als 5 Minuten vor die Augen halten will muss schon einen starken Willen haben.

Und ganz unter dem Strich frage ich mich dann auch noch, ob die Fresnel-Konstruktion der Linsen nicht vielleicht doch Auswirkung auf die Abbildungsqualität haben könnte. Ich hatte vor Ewigkeiten mal eine Kompaktknipse (noch zu Analog-Zeiten), die mit einem Fresnellinsensucher ausgestattet war. Der war zwar extrem hell, jedoch konnte man dort eindeutig eine Rillenstruktur durch die Linse war nehmen. Ob das bei einer höherwertigen Linse auch der Fall ist kann ich allerdings nicht beurteilen.

Bei 69$ plus die üblichen Nebenkosten kostet ein Versuch jetzt zwar kein Vermögen. Für die zu erwartenden Einschränkungen ist es mir dann aber doch zu viel. Wer von Euch traut sich?

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